Gleichmut


Klaus sinniert über Gleichmut. Pete hört ungeduldig zu.

„Was wäre wenn durch Gleichmut sich alle Dinge lösen ließen?“.

Pete schaut Klaus ungläubig an. „Das geht nicht. Wo nur Gleichmut ist, da gibt es keine Bewegung. „.

Klaus denkt nach. „Wo Gleichmut ist, da ist keine Leidenschaft. Das mag sein. Aber wo Gleichmut ist, da ist Ruhe. Und was wenn in dieser Ruhe, dem nicht Streben, viel Kraft liegt?“

Pete rutscht auf dem Stuhl herum. „Wer ruhig ist hat keine Kraft. Da fehlt in dem Moment das Adrenalin.“, bemerkt er spöttig.

Klaus schaut ihn an und schmunzelt. „Stell Dir vor, Du bist ruhig, bist mit dir im Reinem und alles passt.“

Pete kontert, „Das gibt es nicht. Es gibt immer was zu tun.“

„Ja, das ist wahr. Ich kann doch oft etwas tun und dabei in Ruhe sein?“

Wieder schaut Pete ungläubig Klaus an.

Klaus fährt fort, „Ich kann in diesem Moment vieles wahrnehmen, von Dir, von dem was ich tue, wie ich es tue und ich kann mich dabei wahrnehmen.“ Klaus legt eine Pause ein, dabei wiegt er den Kopf.

Pete kann sehen, wie Klaus versucht etwas zu beschrieben, was er sieht. Die Augen sind ruhig, auf einen imgainären, weiter entfernten Punkt gerichtet. Er schaut durch Pete hindurch.

Etwas leiser sagt Klaus. „Ich kann den Moment in seiner Vielfalt wahrnehmen und angemessen darauf reagieren. Darin liegt ein tiefer Frieden. Vielleicht ist Gleichmut nicht das richtige Wort. Aber es ist ein Teil von dem was Friede stiftet.“

Pete schaut Klaus an und er zieht seine Stirn kraus. „Es gibt aber auch andere Dinge, die Friede stiften, das Bedarf allerdings der Leidenschaft.“ Schmunzelnd schaut er Klaus an. Ob der das versteht?

Klaus schaut wieder versonnen in die Ferne. Er spürt dem Gedanken nach. Es ist als könnte er diesen Gleichmut anfassen, ihn wenden, sich anschauen. Egal wie er ihn wendet, es sieht immer anders aus. Und je mehr er das tut, desto mehr Freude kommt in ihm auf. Sein Lächeln wird immer breiter.

Pete wundert sich wieder einmal über Klaus. Pete muss gleich los, das scheint Klaus aber gerade entfallen zu sein.

und drei Stunden nach diesem Moment gab es diesen Artikel bei zenhabits – Just for fun

19 Kommentare zu „Gleichmut

    1. Ich glaube es gibt diese Momente. Mir wurde schon so manches mal Geduld nachgesagt – ist das ein Teil von dem was Du meinst? Ja, je länger ich die Idee, die Du beschreibst, betrachte, wende, knete, anschaue, sie den Berg herunterrolle, danach wieder hinauftrage, sie in die Sonne lege und betrachte, desto mehr gewinne ich Vertrauen, das es das gibt. Wie sich das anfühlt? Es ist eine unglaubliche Weite, frei … gütlich – eine neues Wort taucht auf. Viele Grüße in den Abend.

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    1. Gleichmut als Balance – ich suche noch das richtige Wort. Gleichmut drückt es noch nicht aus. Vielleicht ist es einfach innere Ruhe …. Die läßt Leidenschaft aufkommen, uns spüren, fühlen und leben. Aber das wär doch zu einfach – innere Ruhe. Das kennt doch jeder oder?

      Eine gute Nacht

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        1. Viele vielleicht nicht. Ich habe es ab und an erlebt, mal geplant (Meditation), mal vollkommen überraschend (morgens auf dem Fahrrad). Sein an sich ist halt etwas, das man schnell mal vergisst im Alltag, wenn man denn überhaupt schon mal dahin gekommen ist. Wir sind so befasst mit Werden, Wollen, Wünschen.

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  1. Eigentlich ist doch beides von Belang, Gleichmut und Leidenschaft. Ich schätze, dass der Wechsel und die Ausgewogenheit wichtig ist, wie Zungenköder auch schreibt. Sobald man feststellt, dass eines von beiden dominiert, ist irgendwas aus dem Lot geraten. Es gibt halt Momente, in denen man sich leidenschaftlich einsetzen, leidenschaftlich debattieren, leidenschaftlich sich einer Sache widmen muss. Dann später wieder zentriert, ruhig, gelassen zu sein, ohne sich aus seiner eigenen Mitte vertreiben zu lassen, das ist eine Kunst. Aber keine Unmöglichkeit.

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    1. Je mehr ich nun die Kommentare lese, versteift das Gefühl, das das Einfache das Richtige ist. Gleichmut ist weniger als innere Ruhe. Und aus Letzterer entsteht die Leidenschaft zwischen den sich Liebenden, die Pete so spöttisch einwarf, um seinen Freund zu foppen. Kann diese Leidenschaft ohne innere Ruhe gedeihen?
      Ich wünsch Dir einen guten Abend

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      1. Leidenschaft ohne innere Ruhe – vermutlich geht das nicht. Innere Ruhe ohne Leidenschaft aber auch nicht. Beides sind Gefühle von Zentriertheit, im Gegensatz zu Getriebenheit und Phlegmatismus oder gar Langeweile.

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        1. Das Bild „Innere Ruhe ohne Leidenschaft geht nicht.“ mag ich noch malen / formen / gestalten und irgendwann greifen. Dann mag ich entscheiden welches Bild trägt: „Innere Ruhe und Leidenschaft“ oder „Innere Ruhe, Leidenschaft“. Lieben Dank

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  2. Manche sind nur nach Außen still und leise, im Hintergrund und in den tiefsten Tiefen kann es oft schädlich brodeln. Man glaubt gar nicht was sich alles auf einer Fläche abspielt die man friedlich ruhen lässt und nach einiger Zeit wieder betrachtet…

    Guten Morgen

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    1. Die Fläche mag glatt sein. Aber die Farbe ändert sich, mal ist sie lebensforh, mal blass, aml hat sie einen müden Teint. Unter der Fläche ist selten bei jedem Ruh‘. Das Abspielen der Unruhe unter einer Fläche würde noch gehen, aber stellen wir uns nur die Unruhe unter 3 Flächen vor. Das wäre schon kein Wohlklang mehr oder? Guten Abend.

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  3. *lach* ich mag die Flächen gar nicht zählen. Die Gegenwart bewusst wahrzunehmen beschäftigt schon dermaßen, dass man das Brodeln im Hintergrund an der Leinwand, die die Lebens-Bühne bildet, oft nicht gleich blickt…Gegenwartsmenschen wundern sich oft „wer“ immer wieder Vergangnes nachschmeisst, dass wie hingerollte Steine vor die Füße erscheinen mag/soll…

    Guten Abend

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  4. Kraft und Ruhe kommen aus mir selbst.
    Die Klaviermusik ist bezaubernd. Ich kenne sie nicht. Und sehe als Ablauf den beginnenden Herbst. Müßte man eine kleinen Film drehen. Blaiuer Himmlel,. flammende Bäume, leise fallende Blätter. Ein träges Bächlein, ein Reh am Waldrand, friedvoller Nachmittag. Alles strömt Ruhe aus und ist doch so voller Leben.Bevor auch die Natur zur Ruhe geht. Die Musik hat mir grpße Freude gemacht. Lewi

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    1. Ja, H. Enaudi trägt einen durch die Zeit. In diesem Stück ist soviel Leben für mich. Es geht auf und ab. Steht still, läuft vor sich hin, um dann wieder mit einer anderen Schnelligkeit oder Ruhe der Töne un klänge aufzuwarten. Da ist die Pause. Aber nicht das Ende. Guten Morgen

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