Sack Du


Ich fülle meinen Sack, mit vielen Dingen am Tage. Alles was um mich passiert stecke ich hinein. Das tue ich ganz still und leise. Das Lachen, den Scherz, die Blicke in die Augen, Ängste, Diskussionen, verlorene Dinge. Alles was verschwindet darin.

Diesen Sack trage ich dann mit mir herum. Und nach einigen Tagen auf Reisen – es sind jetzt wieder drei Wochen stehen dann auf dem Papier die Worte: ich sacke ab.

Welch Wort: absacken. Es erhält ein ganz anderes Licht. Es fühlt sich schwer an. Ich gehe meinen Weg. Der Sack ist schwer. Würde ich diesen Sack jetzt auf einen Steg legen und ihn dann anschubsen, dann machte es plumps. Der Sack wäre weg und ich auch. Einfach gesunken.

Ich sacke ab. Und mit diesem Satz erschließen sich mir ganz neue Momente für den heutigen und die nächsten Tage. Heureka ich hab’s gemerkt! Tanzend ziehe ich durch die Räume. Und ich sehe – den Sack muss ich nicht mit allen Dingen füllen, die mich umgeben. Ich darf wählerisch sein. Ich werde den kleinen Wächter, hol mal Luft, wecken. Der hat Argusaugen und Argusfühler. Freundlich begrüßt er jeden der anklopfen wird. Einen läßt er ein und andere werden gehen dürfen. Ein anderer Besucher darf mal einen Blick hinein werfen. Da er auch manchmal schläft, vor sich hin dämmert wird er noch einen Helfer bekommen. Der lüftet den Sack dann ab und an. Sich bewegen heißt sich regen.

In diesem Sinne, du Sack Du, der mich gerade drückt, sei gewappnet. Heute Abend schicke ich Dich yogen und dann sehen wir was übrig bleibt – eine gute Nacht.

PS: Und doch liebe ich ihn, wir tragen alle einen. Meistens merken wir es erst, wenn die Schultern kein Kreisen mehr zulassen.

8 Kommentare zu „Sack Du

  1. Mein Sack bleibt leer. Ich muss ihn nicht füllen. Ich bin mir der Dinge gewahr – heute, jetzt. Jeder Tag ist neu und ein Geschenk. Ich kann etwas verändern, aber immer nur JETZT.
    Ich bin Sack und mein Sack ist ich. Einfach leer, nichts und doch ALLES. Es muss nichts hinzugefügt werden… LG

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    1. 🙂
      Ich verstehe Deinen Ansatz. Ich habe es schon so manches mal gespürt. Es wäre toll, wenn Dein Sack leer wäre. Das kann ich nicht glauben. Selbst in guten Umgebungen sozial und natürlich passieren Dinge, die kaum einer der dort lebenden fassen kann. Ich kenne einen Fall von Suizid in solch einer Umgebung,

      Und was wäre unser Leben wenn alle unsere Säcke leer wären? Ist es dann Gleichmut, der uns trägt? Wo bleiben die Erregungen, der vielen gemeinsamen schönen Momente und der anderen Momente, die wir lieber nicht kennen möchten.

      Nein, ich möchte das mein Sack nicht leer ist, ich möchte schönes hineinpacken und das andere umwandeln. Ich möchte leben.
      LG

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      1. Du – dein Verstand versteht meinen Ansatz, oder was ich sagen will – und dennoch meine ich ein Verstehen jenseits des Verstandes. Ein Leben des Herzens, der Liebe. DAS kann nicht verstanden werden, das kann gelebt werden. DAS ist die Leere von der ich rede. Die Leere als SEIN, einfach nur ICH BIN. Wie ich bin, bin ich ok. Wie es ist, ist es ok. Den Augenblick so anzunehmen, zuzulassen wie er IST. Er ist ja bereits schon. Und danach legen unsere Gedanken die Wertung, Gefühle, die Bedeutung fest.
        Mein Verstand deutet den Wert. DAS Leben deutet nichts. Es lebt sich einfach. Ich kann versuchen mein/das Leben zu kontrollieren und dennoch wird passieren was passiert, egal was ich davon halte und egal wie gut ich geplant habe oder vorsichtig ich war. Den vermeintlichen Schutz benötige ich nicht (mehr). Es gibt nichts zu schützen. Das will der Verstand nicht hören und kann es auch nicht einordnen.
        Die Leere ist voll von Leben und das Leben lebt sich, egal was die Gedanken daraus machen.
        Du glaubst nicht, dass mein Sack leer ist. Wie jeder habe ich gelitten und jeder leidet auf sein Weise. Ich habe dieses Leiden überwunden. Keine Ahnung wie und es ist auch nicht wichtig. Auslöser war, dass ich mich nicht mehr mit meinen Gedanken, oder meiner Geschichte identifiziert habe. Es ist eine Geschichte die einem Körper (mir, diesem Körper) passiert ist. In diesem Körper hat dieser Verstand es so und so erlebt, gefühlt und bewertet. Diese Bewertung:en fallen heute bei mir anders aus.
        So wie ich meinem Gedicht beschrieben habe, es ist alles kostbar und bedeutungslos. Für uns hier in diesem Augenblick ist es kostbar und für das Leben an sich und dem Universum bedeutungslos. Es ist wie es ist und es ist die Kunst DAS anzunehmen WAS IST.
        Lässt du dich, nennen wir es, in die Leere fallen wirst du erkennen, dass da Erregungen und nicht ewiger Gleichmut sind. Im Grunde verändert sich nichts und doch hat sich alles verändert. Lediglich diese innere Einstellung, die andere Ansicht der gleichen Dinge lässt dich gelassener und weniger wichtig damit umgehen.
        Was ist denn wichtig? Wichtigkeit ist ebenso eine menschliche Bewertung. Bewertungen sind unausweichlich und bekommen immer ihr Pro und Contra. So ist das duale System. Meines Wissens gibt es nur eine menschliche Bewertung die kein Contra hat.
        Kindesmissbrauch, hier sind sich alle einig!
        Wenn man das was man tut, mit Liebe ausübt reicht es doch. Selbst unter Liebe stellt sich jeder etwas anderes vor und doch fühlen wir, ja etwas mit Liebe ausgeübt kann nicht falsch sein. Und schon kommen die negativen Gedanken des Verstandes und meinen erklären zu müssen, ja aber auch aus Liebe können böse Dinge geschehen. Nein, bedingungslose Liebe ohne Objekt ist rein und ehrlich. Sie benötigt weder Wert noch Urteil.
        Dein Herz wird es wohl verstehen was ich hier meine… Liebe Grüße

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        1. Lieber Zungenköder, ich weiss was Du meinst un dhabe es erlebt. Es gibt dieseen Satz der jemand mal zu einem anderen sagte: auch das geht vorüber. Welches Deiner Gedichte meinst Du?
          Schon des Festellen Das ist etwas Besinderes ist schon eine Bewertung. Das sollte mein nächster Post werden.. …
          Mein Herz versteht es ;-), kann es nicht glauben, da fehlt noch etwas. Manche sagen das Basis Chakra ist nicht fest, ich sage ein verständlicheres Wort: Urvertrauen
          Lieben Dank

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          1. Ich habe dieses Urvertrauen seit letztem Jahr. Weshalb woher kann ich nicht sagen. Es ist unheimlich befreiend…
            Das Gedicht welches ich meinte heißt: „Es gibt keine Antwort“.
            http://zivilpunker.blog.de/2012/09/04/gibt-antwort-14666964/

            „Auch das geht vorüber…“ Ja, jede Erscheinung geht vorüber. Wir sind die Wellen in einem Meer, wir sind auch das Meer und die Wellen sind die Erscheinungen…

            Wenn dein Herz es versteht, dann kannst du ES glauben. Dir fehlt die Gewissheit und die kommt, wenn sie kommt, von ganz alleine. LG

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  2. Das Bild des Sacks gefällt mir aber gut!.

    Abends, wenn ich „voll“ bin. Von dem Außen um mich herum.
    Habe ich manchmal einen sehr großen Kopf wie es scheint.
    Ein richtiger Wasserkopf, würde ich mich zeichnen wollen, wäre ich wohl ein Strichmännchen mit einem riesengroßen Kopf….der an all das Außen denken soll.
    Der Kopf ist manchmal sogar vor dem Abend schon so schwer,von Außen gefüllt dass er nur noch herunterhängen will, bis auf meine Füße…platsch!
    Da liegt er dann… und dann?
    Aus der Notlandeposition im Stand (ohne Sauerstoffmaske und Schwimmweste) eine Dehnübung machen und mir dabei feste einbilden, es so und überhaupt nicht anders gewollt zu haben und stolz sein, dass ich den Wassermelonenkopf mit durchgestreckten Knien bis auf meine Füße legen kann, ja…ja…
    …das ist nämlich der Trick!
    Das soll so sein und dann…
    eins, zwei, drei…was ist denn schon dabei?
    Bekomm ich den Kopf wieder hoch und die Arme gleich noch mit, die Beine nehm ich später dazu usw…bis das Strichmännchen genügend Gehirnschmalz in die knarzenden Gelenke geschmiert hat und wieder hopsen kann.

    Z. b. bei ….Sackhüpfen….:)

    LG,
    die Fee

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    1. Sorry I’am a liitle bit late.
      Danke, die Fahrtstrecke strotzt nur so von diesen Bildern ….
      Ja, in kurzen Worten: „Head to knee pose“ nehme ich als Biid auf, mehrmals Luft holen,,,,,,, und dabei merken wie der Atem die Lunge aufpumpt und sich dadurch der Brustraum weitet, sich der Nacken etwas streckt und der Wasserkopf ein wenig hebt umd beim Ausatmen – welch‘ Lust, der Kopf sich von selbst sanft senken darf und die Last abgibt. Ja, ja. ….kein Trick … Prana …
      Und vom ..Hüpfen in den Tanz schwingend …. Gute Nacht

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