Die Kutte


Kutten, Kutten mit Kapuzen, Mönchskutten, Talare, Habits – sie begegnen mir. Da erzählt mir ein Mensch er hat im Traum einen Mönch gesehen. Im Fernsehen gibt es eine Serie „Um Himmels Willen“. Und da liegt seit geraumer Zeit ein Bild. Ein Mensch in eine Kutte gehüllt. Um die Taille ist sie mit einer Schnur gebunden. Auf dem Bild steht: So bin ich in der Stadt geschützt.

Ich nehme das Bild in die Hand. Ich stelle es wieder an seinen Platz. Was macht diese Kutte, diese Tracht aus? Was empfindet der, der sie trägt? Der Mensch auf dem Bild ist eingehüllt in die Kutte. Er stellt sich vor, so in der Stadt geschützt zu sein. Er ist eingehüllt. Der Kopf ist mit einer Kapuze bedeckt. Das Blickfeld ist eingeschränkt. Schutz ergäbe sich für diesen eingehüllten Menschen durch eine Abgrenzung nach außen. Sein Körper, als Hülle der Seele, ist bedeckt. Ein derber Stoff lässt einfach nicht alles durchdringen.

Nehmen wir an, viele Menschen tragen solch eine Kutte. Was ist das für eine Gefühl? Es drückt nach außen eine Gemeinsamkeit aus. Es kann eine Zugehörigkeit ausdrücken. Ob diese im Innern der Kuttenträger gespürt wird, werden will, bleibt im Schatten der Kutte hängen.

Von außen betrachtet ergibt sich noch eine mögliche Sichtweise. Ich blicke auf eine große Ansammlung von Menschen auf einem Platz, die eine Kutte tragen. Nehmen wir an, die Kapuzen sind zurückgeschlagen und ich kann offen in die Gesichter dieser Menschen schauen. Etwas anderes bleibt mir in diesem Moment nicht. Ich kann noch an der Breite und der Höhe der Kuttenträger etwas von der körperlichen Hülle erahnen, in dem dieser Mensch wohnt. Da jetzt die Haare frei liegen, kann ich womöglich noch darauf schließen ob der Kuttenträger weiblich oder männlich ist. Alles andere bleibt fern von meinen Sinnen. Bedeckt die Kapuze den Kopf und einen großen Teil des Gesichtes, wird es noch schwieriger etwas auszumachen. Wozu auch? In der Kutte steckt der Mensch. Trete ich mit ihm Kontakt, kann ich das tun ohne vorher unbewusst verschiedene Programme, die mir eingepflanzt werden, die ich mir erstellt habe, durchlaufen zu müssen.

Dieser Blick auf den Menschen als solches, als Wesen wie Du und ich, ohne die vorhergehenden Prägungen – er schafft Raum für Berührungen -der anderen Art.

PS: Nun schaue ich mal im Netz, was dort so steht,

2 Kommentare zu „Die Kutte

  1. Wir sind es gewohnt, uns an Mimik, Augen, Gesichtsausdruck mit zu orientieren. Geht das nicht, sind wir irritiert. Burka, Kutte, selbst mein Schlauchschal, mit dem ich mich auf dem Rad „vermumme“, haben solch eine Wirkung, wie mir die Blicke der Passanten immer wieder zeigen. Es ist gefährlich dieser Tage, solcherart umher zu laufen. Ein jeder vermutet übles unter der Kluft. Misstrauen ist allerorten zu spüren. Die Zeiten sind rau geworden.

    Lieben Gruß aus dem Tal der Wupper!

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    1. Mißtrauen ist das, was wir daraus machen. Ich lerne hinter den Stoff der Vermummung zu schauen. Scahue ich dahinter mit dem einen Blick, der hinter einer Burka die unfreie Frau annehmen (was leider oft zutreffend ist) oder mit dem Blick was ist der Hintergrund dieser Kleidung. Wieso ist es fremd für uns heraus aus einer anderen Lehre heraus, bestimmte Rituale für Reinheit durchzuführen.

      Wir vermuten viel zu oft, dass der, der sich versteckt, nicht offen zeigt – etwas zu verbergen hat. Vielleicht möchte er sich nur schützen?

      Danke.

      Gefällt 1 Person

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