Der Abspann – Stille (2)

„Ich liebe einen langen Abspann.“ ging es durch meinen Gehirnkasten. Etwas eckig der Gute aber er regte sich, als ein langer Abspann lief.

Er wollte gar nicht enden. Es war zu bemerken wie sich Eindrücke aus dem eben Gesehenen setzten, einzelne Szenen noch einmal aufblitzten. Es wurde ruhiger im Gehirnkasten, das Tempo der flitzenden Geister verlangsamte sich. Ganz langsam schlichen sich die Alltagsgedanken wieder an.

Ich genoss die Stille im Abspann und verweilte im Moment der Stille. Der Abspann als Übergang von einem Geschehen in das Andere – wo finden wir den heute noch und wann?

Stille

„Ich kann sie nicht ertragen. Wenn das Radio, der CD Spieler, der Fernseher, die immerwährende Geräuschkulisse aus ist, wird es unheimlich. Es beschleichen mich unangenehme Gefühle. Ich kann diese nicht beschreiben.“

„Es ist ein Raum der mir nicht vertraut ist.
Da ist ein Raum der mir unbekannt ist. Er ist mir nicht vertraut.“

Er: „Das ist zu absolut. Du hast ihn schon betreten.“

„Vielleicht, ja. Es ist so still. Das ist ungewohnt. Da sind keine Texte, keine Rätsel über Geräusche, keine Töne.“

Er: „Andere Töne.“

„Da bin ich so allein. Da ist ist keiner und doch sind da viele Bewegungen. Es ist nicht still. Und die Bewegungen können laut sein. Die gefallen mir nicht.“

Er: „Ist das Stille?“

„Nein.“

Er: „Was ist es dann?“

Mai 2017

Verschiebungen

Gewohnheiten ändern sich, die Wortwahl verändert sich, Prioritäten werden geschoben. Ich erlebe dies sehr plastisch an diesem Blog. Was war der Antrieb, hier zu schreiben? Was ist es heute. Es geschehen Veränderungen. In der heutigen Zeit, wo der in Vergessenheit gerät, der einmal schweigt, schreibe ich seltener in diesem Blog. Das ist nicht der Ausbildung geschuldet, die ich durchlaufe, die Zeit wäre vorhanden. Es gibt viele Dinge zu tun, die ich nun auch anpacke. Der Antrieb zu schreiben wird geringer. Ich spüre deutlich Veränderungen und es werden Dinge, die mir wichtig waren geschoben, verschoben. Vielleicht muss ich diese Dinge später wieder an eine andere Stelle schieben , denn ich habe diese Dinge VERschoben.

Wie ist Veränderung in uns möglich? Es ist der kleine Alltag, der Veränderungen ermöglicht. Wie in dem Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ dürfen wir jeden Morgen von vorne anfangen. Ein Beispiel mit einer schönen Aussicht könnte sein: Wie schaffe ich es, am Morgen mit einem Lächeln aufzuwachen? Das ist eine kleine Forschungsarbeit. Das beginne ich mit Beobachtung: Wie wache ich auf? Was ist in mir los? Und alles was ich am Morgen beobachte, darf ich auch wieder loslassen. Am nächsten Morgen kommt ein anderer, ein neuer, ein bekannter Eindruck. Wohin ich nun die Aufmerksamkeit lenke, ist eine persönliche Entscheidung. Es gibt viele Wege. Am nächsten Morgen kann ich schauen, wie ist das körperliche Empfinden am Morgen? So geht das weiter. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht stelle ich fest, das der vorherige Abend dazu beiträgt, wie ich morgens aufwache? Vielleicht beobachte ich, wie meine Schlafkleidung etwas beeinflusst. Ich kann kleine Dinge verändern, sie eine Weile beobachten. Was ändert sich im Laufe der Zeit? Was geschieht mit mir? Es ändert sich etwas im Laufe der Zeit. Der Akteur in diesem, sagen wir, Spiel bin ich. Ich bin der Handelnde und entscheide was ich in diesem Spiel für einen Zug tue. Da gibt es keinen Anderen, eine Andere der mich stören kann. Dies kann ich still tun, probieren und Erfahrungen sammeln.

Ich lernte es in den letzten Jahren kennen, besonders intensiv in den letzten beiden Jahren. Es geschieht in kleinen, fast unscheinbaren Schritten, im Laufe der Zeit. Es klingt in mir wie tipp, tapp, tappel Schritt, tipp, tapp, tapp, tupp, tipp, tapp. Da gibt es auch ein Stolpern, ein Umkehren und es gibt den nächsten Morgen. Was kümmerts mich, was heute morgen war, morgen ist ein neuer Tag.

In diesem Sinne:

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stest kannst Du im Heute von Neuem beginnen.“

(zugeschrieben Buddha Shakyamuni)

Einfach so

Das neue Jahr beginnt, mit einem kleinen Paukenschlag. Ich schreibe in diesem Jahr so wie auf dieses Blatt Papier fällt. Einfach, leicht los. Vielleicht ist das befremdlich, die Rücktaste gibt es nicht um Wörter zu löschen. Bilder gibt es seltener. Wozu das Ganze? Lass es frei fließen und schaue später was da steht. So sagt es mir eine innere Stimme. Versuch es! Immer diese Aufforderungen. Nun nehme ich die eine an. Ich versuche es einmal.

Als ich heute über den Platz lief, wäre ich auf Geld losgeworden. Einer fragte mich gar nach 5 Euro. DAs nicht billige Ohrhörerkabel schlenderte aus seiner Tasche. Jetzt wo ich es schreibe – er kam mir ganz schön nahe. Noch fehlt mir nichts. Mit einem kleinen schlechten Gewissen ging ich weiter. Gebe mir die Kraft und den Willen diese Situation nicht kennenzulernen.

Stille

Blätter auf Baumstumpf

Es wird stiller und stiller. Ungewollt und doch herbeigeführt. Der Drang,
Worte zu verlieren, im Netz der Welten, schwindet. Es kehrt eine Ruhe ein, die vieles übertönt. Es verschwinden Dinge, andere melden sich mit Macht zu Wort. Die, die sich mit Dunkelheit, Trägheit, Grübeln verbinden sind mächtig und sie bäumen sich auf. Sie springen mich an und fesseln mich. Und so lange ich mich fesseln lasse, bin ich gefesselt.

Es gibt etwas anderes, es muss nicht lichter sein. Es darf anders sein. Alles was ich der Fesselung entgegensetze, und sei es eine noch so kleine Veränderung im Alltag – ich lächele am Morgen in den Spiegel – dieses gibt dem Tag einen anderen Hauch. Und der kommt von innen. Ich kann das tun – ich kann das nicht tun.

Die Welt um mich herum dreht sich. Alles wird schneller, unruhiger und müder. Jeder nimmt mehr Druck an. Auch ich, ich nehme mich nicht aus. Es tut aber weh zu sehen – je mehr Druck ich annehme – desto weniger Zeit bleibt Zeit für meine anderen mir lieben Menschen und am Ende für mich selbst und am Ende noch weniger Zeit für meine anderen, mir lieben Menschen.

Armand Amar Poem Of The Atoms

Es war nun vor zwei Jahren, ich begann ein Studium mit dem Ziel Yoga zu Lehren zu lernen. Am Anfang sagte mir ein Mensch: Du wirst ein anderer sein. Ich konnte es nicht fassen, nicht begreifen. Und doch weiß ich jetzt schon – es ist so. Ich weiß noch nicht, was kommt. Ich weiß aber – ich mag es.

Schließe Deine Augen – Er lebt in Dir

Es ist ein eigener Weg, der nicht ewiglich im Schweigen enden wird. Ein Keimling braucht Schutz und Nahrung. Für mich ist es ein Stück Stille, die ich ich mir mehr und mehr gönne. Es ist eine Stille für mich. Es kann für andere Laut erscheinen – weil es ist eine Veränderung. Das ist nicht immer einfach für mein Gegenüber – aber es tut beiden Seiten gut. Jeder darf für sich sein, das scheint mir wichtig.

Freund sein heißt – da zu sein – zu hören, so wie es in dem Moment ist. Was braucht der Andere? Und auf der anderen Seite – wann ist es Zeit, dem Freund zu helfen – dem Freund zu helfen. Auszuhalten, was Freund gerade braucht ist eine hehre Aufgabe und bedarf des Wissens – ich und/oder Freund. Es gibt das stille Meer und das bewegte Meer.

Können wir das Glauben?

Ich möchte wieder frei reden können- Etwas hält mich zurück, läßt mich innehalten. Heute war es anders. Diese Gedanken wollten heraus. Alles, was wir in Worte fassen, auf einen Fetzen Papier schreiben ist festgehalten – nicht losgelassen.

Rosenstolz – Lass es Liebe sein – fang An

Gewürze mörsern


Paul geht zu Peter in die Küche. Peter steht am Küchentisch und wählt Gewürze aus. Da sind Pfefferkörner, Koriander und eine Krume Kardamon. Paul schaut zu, wie Peter den Mörser nimmt und gleichmäßig die Gewürze zermörsert. Peter wedelt ein wenig mit der Hand die Luft zu Paul. Paul nimmt den würzigen Duft von Pfeffer wahr.

Paul fragt: „Machst Du das immer alles selbst?“
Peter antwortet, während er schaut ob die Würzmischung noch körnig genug ist: „Ja, das macht mir Spaß.“
Paul antwortet: „Da hast Du aber wenig Zeit für anderes.“
Peter schaut ihn an und sagt nichts. Ein Erstaunen und Sprachlosigkeit liegt auf seinem Gesicht. Peter tut die Würzmischung in das Essen.

Ein wenig später beginnt Peter zu erzählen: „Im Urlaub nutzte ich fertig zubereitete Gewürzmischungen. Nun, wieder zu Hause, mische und mörsere ich wieder selbst. Es scheint als ob ich weniger Gewürze benötige – das kann an der Frische liegen. Als ich die Gewürzmischung verwendete, schüttete ich noch ein wenig und noch ein wenig drauf. Bis es nach etwas schmeckte. Wenn ich selbst mische schmeckt es nie jeden Tag gleich. Ich wähle die Gewürze aus dem Gefühl heraus. Mal ein Pfefferkorn mehr, eins weniger. Mal kommt ein wenig Chilli dazu oder etwas Kurkuma, wenn ich es milder mag. Das hat mir im Urlaub gefehlt. Es gehört für mich dazu – eine Mahlzeit frisch zubereiten.“

Nun ist es Paul der schweigt und schaut.

Entscheidungs-Fließband (2)


Artikel 1 dazu – klick hier
Der Austausch mit anderen zu einem Thema bringt andere Sichtweisen, andere Nuancen. Mir öffnete sich die Möglichkeit, das Gelesene miteinander zu verbinden.

Im vorhergehenden Artikel stellte ich fest, das ich im Auto eine Bewertungsmaschine anwerfe. Und oft nehmen wir eine Form von Bewertungsmaschine in unser alltägliches Leben mit.

Eine anderer Blickwinkel auf die Bewertungsmaschine im Auto ist möglich. Diese Bewertungen der jeweiligen Situationen sind nützlich und notwendig. Einmal dafür, damit ich als Fahrer und meine Mitfahrer zum ziel kommen. Zum anderen möchte ich meine Mitfahrer sicher am Ziel absetzen. Und wieder anders, möchte ich mit meiner Tonne Blech und Stahl keine anderen gefährden. Das kannst du gerne fortführen. Es gibt Situationen, Begegnungen da springt diese Maschine an, merken wir das. Ein Mensch kommt auf uns zu. Was ist hier zu tun? Eintüten, Schubfächer aufmachen. Ist das in diesem Moment wichtig, nützlich für die Begegnung?

Eine Wertung ist letztendlich ein Gedanke, eine Abwägung. Wie nah sind wir mit unseren Gedanken an dem was wirklich ist? Jede Wertung, auch wenn es nur ein Hauch von einem Gedanken hat eine subjektive Färbung. Die Wertung, der Gedanke – sie sind geschmückt mit Bildern, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Wissen, vermeintlichem Wissen, der Wahrheit des Einzelnen. Ist es möglich diese Schatten von der Wirklichkeit wegzuwischen? Was bleibt dann noch übrig? Ist die Wertung dann ganz verschwunden?

Dieses Fließband anzustoßen, in eine andere Schwingung zu versetzen, wo die eine oder andere Wertung durchaus ins Stolpern gerät oder gar herunterpurzelt, diese Kraft ist in uns. Es gelingt mir durch Beobachtung, ohne Wertung diese Anstöße zu erzeugen. Ich schaffe mir dadurch die Möglichkeit, eine Sache wahrzunehmen, zu schauen was da ist. Diese Beobachtung öffnet meine Sinne.

Praktisch kann das so aussehen: Ich fahre Auto und sage: „Der fährt aber blöd.“ Beobachtung – mich stört etwas, ich bin ärgerlich. Und tief im Innern kann ein kleiner Glaubensgrundsatz schlummern. Kann ich den wahrnehmen?

Entscheidungs-Fließband


Ich bin Autofahrer. Nicht jeden Tag steige ich in ein Auto. Wenn ich es tue, beobachte ich folgendes.

Es wird neben dem Motor eine weitere Maschine angeworfen. Dieser kann ich mich nach dem Drehen des Zündschlüssels nicht mehr entziehen. Sie verlangt die geistige Tätigkeit und läßt keine Ruhe. Es ist die Maschine der Entscheidungen. Manche Entscheidungen erfolgen mechanisch unter Nutzung der gesammelten Erfahrungen. Andere Entscheidungen im Verkehr erwachsen allmählich aus dem Verkehr, aus dem was ich vom Verkehr wahrnehme. Dann gibt es die Überraschungsmomente, wenn der Geist abschweift. In dem Moment ist es überraschend zu sehen, was Autofahrer alles Unerwartetes Tun. In einem Zeitraum von 5 Minuten im Straßenverkehr – einer Stadt – kann ich die Entscheidungen nicht zählen.

Um im Straßenverkehr Entscheidungen zu treffen, muß ich neben der Entscheidungsmaschine noch eine Maschine anwerfen. die der Wertungen. Beide laufen auf Hochtouren. Die Maschine der Entscheidungen aus einer inneren Ruhe wird überdeckt.

Wie schwer ist nach dem Umdrehen des Zündschlüssels, Motor aus, beide Maschinen abzustellen? Gelingt es im dann im wieder offenen Leben eine offene, respektvolle Atmosphäre zu schaffen, dort einzutauchen und offen für alles zu sein? Ertappe ich mich wieder dabei in eine Atmosphäre der Wertung, Bewertung, Schubladen einzutauchen?

Das Auto fahren ist nur ein Beispiel. Wann drehen wir den Zündschlüssel von unseren Wertungsmaschinen an? Was passiert dann?

Die Kutte


Kutten, Kutten mit Kapuzen, Mönchskutten, Talare, Habits – sie begegnen mir. Da erzählt mir ein Mensch er hat im Traum einen Mönch gesehen. Im Fernsehen gibt es eine Serie „Um Himmels Willen“. Und da liegt seit geraumer Zeit ein Bild. Ein Mensch in eine Kutte gehüllt. Um die Taille ist sie mit einer Schnur gebunden. Auf dem Bild steht: So bin ich in der Stadt geschützt.

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