Anders –

Veränderungen gehen verschiedene Wege. Nun ja, Veränderungen können keine Wege gehen. Sie vollziehen sich. Ich lerne, wie sich Veränderungen in uns gemächlich vollziehen. Ich kann die Schritte der Veränderungen nicht willentlich wählen. Das hat einen bitteren Beigeschmack. Ich kann nichts erzwingen. Und dennoch bereitet es mir Freude Umstände, zu schaffen, die Veränderungen ermöglichen.

Es gibt etwas in uns, etwas in uns, das uns umgibt. Und je nachdem wie ich mich nähre – mit Bildern, Stimmungen, Natur, Essen, Freunden, Menschen, Leben und auch der Stille, Ruhe, Schlaf – ist dieses Etwas ein ruhiger Begleiter, eine Quasselstrippe, ein Störenfried oder ein sehr nervtötender Begleiter mit kreisenden Gedanken – unser Geist. Das bin aber nicht ICH. Und dieser Geist hat mitunter seine Straßen und Wege, die er unmerklich geht. Wie lange dauert es, bis eine eingefahrene Straße – nehmen wir eine Autobahn – rundum erneuert oder gar zurück gebaut wird? Ich denke, es dauert lange. Es bedarf verschiedener Hilfsmittel, Baustoffe, Zeit und vieler Hände, diese Erneuerung zu vollziehen.

Und so ist es mit den Veränderungen. Ich kann ein Werkzeug wählen und lernen es gut zu gebrauchen. Ich kann viele Werkzeuge verwenden und dennoch bekomme ich den Beton nicht klein. Egal mit welchem Werkzeug wir ausdauernd arbeiten, es werden sich Veränderungen vollziehen. Unmerklich geschieht es, fein und kaum merklich.

Und es kommt ein Tag an dem Du feststellst – so einfach ist das. Es ist nicht mehr da. Es ist ein wenig wie bei Konfuzius. „Lass das was Du liebst, wirklich los. Es wird zu Dir zurückkommen.“ (wieso steht das jetzt hier?) Ich glaube, es entstehen dann die Momente, wo sich Dinge verdichten und diese Begegnungen entstehen, Ereignisse eintreten, die uns umwerfen, los laufen lassen und dann Entschlüsse ermöglichen, die die Vielzahl der kleinen Veränderungen sichtbar werden lassen. Weiterlesen „Anders –“

Stille

„Ich kann sie nicht ertragen. Wenn das Radio, der CD Spieler, der Fernseher, die immerwährende Geräuschkulisse aus ist, wird es unheimlich. Es beschleichen mich unangenehme Gefühle. Ich kann diese nicht beschreiben.“

„Es ist ein Raum der mir nicht vertraut ist.
Da ist ein Raum der mir unbekannt ist. Er ist mir nicht vertraut.“

Er: „Das ist zu absolut. Du hast ihn schon betreten.“

„Vielleicht, ja. Es ist so still. Das ist ungewohnt. Da sind keine Texte, keine Rätsel über Geräusche, keine Töne.“

Er: „Andere Töne.“

„Da bin ich so allein. Da ist ist keiner und doch sind da viele Bewegungen. Es ist nicht still. Und die Bewegungen können laut sein. Die gefallen mir nicht.“

Er: „Ist das Stille?“

„Nein.“

Er: „Was ist es dann?“

Mai 2017

Morgen nun …


Morgen nun also gehe ich einen Schritt, weiter. Es hat einen Moment gedauert, bis ich den Entschluss fasste. Wie es immer so ist – es passierte plötzlich, unerwartet und war klar. Ich mache das – die Yoga Lehrausbildung. So vieles ist in den letzten Jahren in meinen Alltag eingeflossen. So viel ist leichter geworden. Ich will auch nicht verschweigen, manches ist nicht einfacher geworden. Es läßt sich jedoch leichter damit leben.

Und da ich mir meine Übungen, selbst zusammenstellen möchte – tue ich das. Viele Übungen habe ich schon kennengelernt, da kannte ich das Wort Yoga noch nicht. Es war der Frühsport im Ferienlager, einige Übungen in der vormilitärischen Ausbildung auch wieder Frühsport. Aber wie viele Dinge habe ich kennengelernt als ich in meiner Freizeit aktiv gelaufen bin. Und die Übungen haben mir schon immer Spaß gemacht.

Was jetzt noch erstaunlich ist – es fällt mir immer leichter die zum Yoga gehörigen Texte zu lesen, die Schriften zu verstehen. Es fällt mir leicht.

Ja, aber – gibt es in Bezug auf diesen Neuanfang nicht für mich nicht. Es Ist. Die größte Angst habe ich vielleicht vor den Prüfungen, den Vorführ-Übungsstunden – da gibt es Bauchschmerzen. Aber es ist ja noch ein wenig Zeit. Morgen geht es los und ich mag mich vorher, da drüben auf dem Bild in das Gras legen. Ging aber nicht – ist Schutzgebiet.

Lichtblicke


Es gibt keinen anderen Weg zu mir. Ich werde durch alle Windungen gehen. Bis ich dieses eine Licht wieder sehe. Es ist hell und kraftvoll. Es sprüht vor Energie, Kraft und Lebensfreude. Es lohnt sich für diese Freude und lebendige Kraft dunkle Täler, Furten und Höhlen zu streifen.

Ich weiß nun, wo Tiefe liegt, wo wir sie finden können und versuche die Öfffnung zu weiten – ohne nackt zu sein. Schutz benötigt ein jeder. Erstaunlich ist, das ich mir Schutz sein kann und doch geben kann. Eine gute Beziehung kann es nur geben, wenn ich dieses Licht nicht scheue und aus Angst versuche einen dunklen Mantel zu werfen.

Die Beziehung fängt in mir an und endet mir in mir. Es ist ein Band das verbindet mich mit mir und dann mit anderen Menschen und kommt immer wieder zurück zu mir.

Und so möchte ich dieses eine Licht leuchten lassen in mir. Ich erwarte nichts. Und meine Schritte werden leicht werden, eine Last verschwindet. Welche Wege kann ich dann zurücklegen?