Ist es ein Verlust? (2)


Licht am Morgen.

So ist es eben – ein Verlust bahnte sich an. Ich hatte die Bilder losgelassen. Ich war ein wenig traurig. Es fühlte sich sogar leicht an. Als wenn Freiraum entstünde.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Neben dem Loslassen war schnell klar – mach endlich Deine Sicherungskopien grasoli, Du weißt wie es geht und machst es nicht. Gesagt getan – Jetzt gibt es Sicherungskopien (backup).

Das Ende der Geschichte? Bei weitem nicht.

In der Ecke steht, die Götter haben ihn selig, ich ließ ihn bis jetzt stehen – der alte Rechner. Ich schaltete ihn bei Raumtemperatur an – er fuhr nicht hoch. Ihm war es zu heiss – wegen Überhitzung der CPU fuhr der Rechner wieder runter. Ich erinnerte mich warum ich einen neuen Rechner anschaffte. Also Seitenklappen aufmachen, Ventilator holen, Heizung ausmachen – Fenster aufmachen. Draußen sind ein Grad. Siehe da, der Alte fuhr hoch. Siehe da – die fehlenden Bilder bis 2015 sind da. Nach vielen Stunden des Kopierens waren die Bilder auf einer anderen Festplatte.

Wie fühlt sich das nun an? Da ist Freude dabei – etliche Bilder für Andere sind dabei. Da ist aber auch Schwere im Raum. Der „Bilderschrank“ muss noch einmal aufgeräumt werden. Autsch. Als wenn ich das nicht schon lange in meinen vier Wänden tue. Ein Verlust, auch ein zeitweiser – der öffnet neue Türen oder bringt Liegengelassenes an die Oberfläche. Mach Deine Sicherungen, von dem was wichtig ist.

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Ist es ein Verlust?

Sonnenaufgang Alt
Es ist passiert. Trotz vieler Speichermedien und einer Vorgehensweise diese zu nutzen, ich bin am Suchen. Ich suche einen Ordner, der viele Dateien enthält. Es sind nur 15 Jahre digitale Fotografie.

Was geschieht mit mit mir? Ich renne nicht durch die Wohnung, ich suche nach Speichermedien, Schokolade gibt es nicht. Und ich schaue ein wenig um mich herum, den Ort muss ich nicht klären, was geschieht mit mir. Was erscheinen für Bilder, die verlustig gehen, was für Gefühle entstehen? Es ist ein Mischmasch aus Trauer, Erstaunen, Verwunderung und auch Ärger.

Da ist noch etwas anderes. Mach endlich die Dinge, von denen Du weißt, sie sind notwendig. Okay – das ist deutlich. Es ist immer noch etwas Anderes vorhanden. Es fühlt sich wie eine Möglichkeit an. Eine Möglichkeit etwas zu verändern. Werde ich all das loslassen müssen. Die große Reise in ein grünes Land, Den Übergang von Analog zur Digital-Fotografie und viele andere Dinge mehr.

Es liegen Möglichkeiten vor uns, etwas zu tun. Weiterlesen „Ist es ein Verlust?“

Stille

Blätter auf Baumstumpf

Es wird stiller und stiller. Ungewollt und doch herbeigeführt. Der Drang,
Worte zu verlieren, im Netz der Welten, schwindet. Es kehrt eine Ruhe ein, die vieles übertönt. Es verschwinden Dinge, andere melden sich mit Macht zu Wort. Die, die sich mit Dunkelheit, Trägheit, Grübeln verbinden sind mächtig und sie bäumen sich auf. Sie springen mich an und fesseln mich. Und so lange ich mich fesseln lasse, bin ich gefesselt.

Es gibt etwas anderes, es muss nicht lichter sein. Es darf anders sein. Alles was ich der Fesselung entgegensetze, und sei es eine noch so kleine Veränderung im Alltag – ich lächele am Morgen in den Spiegel – dieses gibt dem Tag einen anderen Hauch. Und der kommt von innen. Ich kann das tun – ich kann das nicht tun.

Die Welt um mich herum dreht sich. Alles wird schneller, unruhiger und müder. Jeder nimmt mehr Druck an. Auch ich, ich nehme mich nicht aus. Es tut aber weh zu sehen – je mehr Druck ich annehme – desto weniger Zeit bleibt Zeit für meine anderen mir lieben Menschen und am Ende für mich selbst und am Ende noch weniger Zeit für meine anderen, mir lieben Menschen.

Armand Amar Poem Of The Atoms

Es war nun vor zwei Jahren, ich begann ein Studium mit dem Ziel Yoga zu Lehren zu lernen. Am Anfang sagte mir ein Mensch: Du wirst ein anderer sein. Ich konnte es nicht fassen, nicht begreifen. Und doch weiß ich jetzt schon – es ist so. Ich weiß noch nicht, was kommt. Ich weiß aber – ich mag es.

Schließe Deine Augen – Er lebt in Dir

Es ist ein eigener Weg, der nicht ewiglich im Schweigen enden wird. Ein Keimling braucht Schutz und Nahrung. Für mich ist es ein Stück Stille, die ich ich mir mehr und mehr gönne. Es ist eine Stille für mich. Es kann für andere Laut erscheinen – weil es ist eine Veränderung. Das ist nicht immer einfach für mein Gegenüber – aber es tut beiden Seiten gut. Jeder darf für sich sein, das scheint mir wichtig.

Freund sein heißt – da zu sein – zu hören, so wie es in dem Moment ist. Was braucht der Andere? Und auf der anderen Seite – wann ist es Zeit, dem Freund zu helfen – dem Freund zu helfen. Auszuhalten, was Freund gerade braucht ist eine hehre Aufgabe und bedarf des Wissens – ich und/oder Freund. Es gibt das stille Meer und das bewegte Meer.

Können wir das Glauben?

Ich möchte wieder frei reden können- Etwas hält mich zurück, läßt mich innehalten. Heute war es anders. Diese Gedanken wollten heraus. Alles, was wir in Worte fassen, auf einen Fetzen Papier schreiben ist festgehalten – nicht losgelassen.

Rosenstolz – Lass es Liebe sein – fang An

Es ist ..


Es ist wie mit dieser nicht ganz klaren Bergsicht. Solange ich Dinge ahne, ich diese nicht klar vor Augen habe, kann ich mich vor dem Handeln drücken.

Nun bescherte mir diese Woche zwei Diagnosen, die ich durch mein vorhandenes und bereits einmal erfahrenes Wissen, hätte mildern können. Nun stehe ich vor der Wahl, Symptome lindern oder tatsächlich einfach das tun was ich weiß.

In beiden Fällen heißt es mehr von den nährenden Elementen zu mir zu nehmen. Das ist nicht nur einfach anderes Essen, es sind Freunde, Geselligkeit und Bewegung. Einmal am Tag oder auch mehrmals aus dem Leistungsstress des Kapitalismus aussteigen – Ruhe finden.

Im Falle der Schulter heißt es – Ehrgeiz zurücknehmen. Liebgewonnene yogische Haltungen werde ich in der nächsten Zeit weniger streng ausführen (Kuhgesichthaltung), andere gar nicht(caturanga dandasana). Aber die Schulter wird bewegt – die Gelenkbewegungen bleiben. Auch das Malern über Kopf entfällt, Drachenbootrennen – ich werde sehen.

In solchen Zeiten sind Freunde gut, die erst einmal zu hören, so dass ich mich ausdrücken kann. Keine Ratschläge sind da nötig. Freunde haben schon das Recht unbequem sein zu dürfen. In den Momenten der Diagnose ist Ihre Rolle eine andere.

Im Sommer habe ich in den Dolomiten die klaren, von der Sonne erhellten, Aussichten nach dem Regen sehen dürfen. Ich wurde beschenkt. Jetzt ist es an mir für klare Sicht zu sorgen, nach innen und im Geiste.

So wichtig, und es geht


Und er singt: Da wird eine Insel sein – klick hier
Nie, nie war es wichtiger zu Vertrauen, sich selbst, sich selbst zu vertrauen. Dem zu vertrauen, was wir nie glaubten zu kennen. Uns selbst. Der inneren Stimme. Sie ist zaghaft, sanft – kommt aber immer wieder. Sie ist nicht still zu bekommen. Und wenn es gar nicht geht, dann wird sie laut – zu meinem Wohle. Und sie ist da sehr findig.

Es ist wichtig zu vertrauen, den inneren Regungen, wenn immer wieder neues an mich herangetragen wird. Spüre ich Freude dabei oder gibt es da was anderes. Gibt es Ärger und ein Wegbrausen wollen – dann ist ein Feld zu bestellen. Was bewegt sich hier und wozu? Auch hier darf ich mir vertrauen. Ist es warm und ich möchte los laufen, dann tue ich es.

K. Hofmann verwendet ein schönes Bild für das was beim Vertrauen geschehen kann – ich fühle, stehe im Treibsand. Und doch gibt es einen Grund, auf dem ich stehe. Ich darf vertrauen und dem was ich bin. Und stürmt es und braust es, dann tue ich was mir wirklich gut tut – bei mir ankommen. Immer wieder tue ich dies. Was mir gestern gut tat, die Schoki (es gibt so viele derer Dinge), muss es heute nicht mehr sein. Hier finde jeder sein „Sich etwas Gutes tun“. Jeden Moment aufs Neue.

Vertrauen beginnt in mir. Darauf kann ich vertrauen. Es bedarf einer Portion Mut und beständigen Ehrlichkeit zu mir selbst.

Da wird eine Insel sein.

Gewürze mörsern


Paul geht zu Peter in die Küche. Peter steht am Küchentisch und wählt Gewürze aus. Da sind Pfefferkörner, Koriander und eine Krume Kardamon. Paul schaut zu, wie Peter den Mörser nimmt und gleichmäßig die Gewürze zermörsert. Peter wedelt ein wenig mit der Hand die Luft zu Paul. Paul nimmt den würzigen Duft von Pfeffer wahr.

Paul fragt: „Machst Du das immer alles selbst?“
Peter antwortet, während er schaut ob die Würzmischung noch körnig genug ist: „Ja, das macht mir Spaß.“
Paul antwortet: „Da hast Du aber wenig Zeit für anderes.“
Peter schaut ihn an und sagt nichts. Ein Erstaunen und Sprachlosigkeit liegt auf seinem Gesicht. Peter tut die Würzmischung in das Essen.

Ein wenig später beginnt Peter zu erzählen: „Im Urlaub nutzte ich fertig zubereitete Gewürzmischungen. Nun, wieder zu Hause, mische und mörsere ich wieder selbst. Es scheint als ob ich weniger Gewürze benötige – das kann an der Frische liegen. Als ich die Gewürzmischung verwendete, schüttete ich noch ein wenig und noch ein wenig drauf. Bis es nach etwas schmeckte. Wenn ich selbst mische schmeckt es nie jeden Tag gleich. Ich wähle die Gewürze aus dem Gefühl heraus. Mal ein Pfefferkorn mehr, eins weniger. Mal kommt ein wenig Chilli dazu oder etwas Kurkuma, wenn ich es milder mag. Das hat mir im Urlaub gefehlt. Es gehört für mich dazu – eine Mahlzeit frisch zubereiten.“

Nun ist es Paul der schweigt und schaut.

Soziale Sprache

Es geht nicht darum um einen möglichst wohl gesetzte Rede, sondern darum, sich persönlich auszudrücken. Wir müssen uns höflich und ausgewogen artikulieren, wenn wir uns unter Menschen befinden, die nicht unserem vertrauten persönlichen Umfeld angehören, zum Beispiel bei der Arbeit. Dann benutzen wir einen „soziale Sprache“, die gut dazu geeignet ist, eine gewisse Distanz zu wahren und den Gesprächspartner nicht zu beeinflussen. Sie ist jedoch überhaupt nicht dazu geeignet, einen intensiven persönlichen Kontakt zwischen Menschen herzustellen.

Jesper Juul Nein aus Liebe

Entscheidungs-Fließband (2)


Artikel 1 dazu – klick hier
Der Austausch mit anderen zu einem Thema bringt andere Sichtweisen, andere Nuancen. Mir öffnete sich die Möglichkeit, das Gelesene miteinander zu verbinden.

Im vorhergehenden Artikel stellte ich fest, das ich im Auto eine Bewertungsmaschine anwerfe. Und oft nehmen wir eine Form von Bewertungsmaschine in unser alltägliches Leben mit.

Eine anderer Blickwinkel auf die Bewertungsmaschine im Auto ist möglich. Diese Bewertungen der jeweiligen Situationen sind nützlich und notwendig. Einmal dafür, damit ich als Fahrer und meine Mitfahrer zum ziel kommen. Zum anderen möchte ich meine Mitfahrer sicher am Ziel absetzen. Und wieder anders, möchte ich mit meiner Tonne Blech und Stahl keine anderen gefährden. Das kannst du gerne fortführen. Es gibt Situationen, Begegnungen da springt diese Maschine an, merken wir das. Ein Mensch kommt auf uns zu. Was ist hier zu tun? Eintüten, Schubfächer aufmachen. Ist das in diesem Moment wichtig, nützlich für die Begegnung?

Eine Wertung ist letztendlich ein Gedanke, eine Abwägung. Wie nah sind wir mit unseren Gedanken an dem was wirklich ist? Jede Wertung, auch wenn es nur ein Hauch von einem Gedanken hat eine subjektive Färbung. Die Wertung, der Gedanke – sie sind geschmückt mit Bildern, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Wissen, vermeintlichem Wissen, der Wahrheit des Einzelnen. Ist es möglich diese Schatten von der Wirklichkeit wegzuwischen? Was bleibt dann noch übrig? Ist die Wertung dann ganz verschwunden?

Dieses Fließband anzustoßen, in eine andere Schwingung zu versetzen, wo die eine oder andere Wertung durchaus ins Stolpern gerät oder gar herunterpurzelt, diese Kraft ist in uns. Es gelingt mir durch Beobachtung, ohne Wertung diese Anstöße zu erzeugen. Ich schaffe mir dadurch die Möglichkeit, eine Sache wahrzunehmen, zu schauen was da ist. Diese Beobachtung öffnet meine Sinne.

Praktisch kann das so aussehen: Ich fahre Auto und sage: „Der fährt aber blöd.“ Beobachtung – mich stört etwas, ich bin ärgerlich. Und tief im Innern kann ein kleiner Glaubensgrundsatz schlummern. Kann ich den wahrnehmen?

Entscheidungs-Fließband


Ich bin Autofahrer. Nicht jeden Tag steige ich in ein Auto. Wenn ich es tue, beobachte ich folgendes.

Es wird neben dem Motor eine weitere Maschine angeworfen. Dieser kann ich mich nach dem Drehen des Zündschlüssels nicht mehr entziehen. Sie verlangt die geistige Tätigkeit und läßt keine Ruhe. Es ist die Maschine der Entscheidungen. Manche Entscheidungen erfolgen mechanisch unter Nutzung der gesammelten Erfahrungen. Andere Entscheidungen im Verkehr erwachsen allmählich aus dem Verkehr, aus dem was ich vom Verkehr wahrnehme. Dann gibt es die Überraschungsmomente, wenn der Geist abschweift. In dem Moment ist es überraschend zu sehen, was Autofahrer alles Unerwartetes Tun. In einem Zeitraum von 5 Minuten im Straßenverkehr – einer Stadt – kann ich die Entscheidungen nicht zählen.

Um im Straßenverkehr Entscheidungen zu treffen, muß ich neben der Entscheidungsmaschine noch eine Maschine anwerfen. die der Wertungen. Beide laufen auf Hochtouren. Die Maschine der Entscheidungen aus einer inneren Ruhe wird überdeckt.

Wie schwer ist nach dem Umdrehen des Zündschlüssels, Motor aus, beide Maschinen abzustellen? Gelingt es im dann im wieder offenen Leben eine offene, respektvolle Atmosphäre zu schaffen, dort einzutauchen und offen für alles zu sein? Ertappe ich mich wieder dabei in eine Atmosphäre der Wertung, Bewertung, Schubladen einzutauchen?

Das Auto fahren ist nur ein Beispiel. Wann drehen wir den Zündschlüssel von unseren Wertungsmaschinen an? Was passiert dann?