Bekenntnis – Der Hobbit


Ich liebe ihn. Ich liebe diesen Film von seinen ersten Zügen an. Es beginnt eine langsame Erzählung. Ich sehe die Gesichter fast mannshoch vor mir. Ich kann die Gesichter betrachten, in sie hineinschauen. Dazu kommt die Verlangsamung der Erzählung. Die Szenen zeigen immer wieder einen Moment, aber sie erlauben es den Moment in verschiedenen Bildrern, Gesichtern wahrzunehmen.

Ich war skeptisch. Warum drei Filme – für dieses kleine Buch?. Ich hatte im Film keine Langeweile. Ich hatte genug Zeit die Figuren und Ihre Züge wahrzunehmen, das was ich im Leben auch tue, nur viel schneller. Für mich ist der Film eine Leistung in der Kategorie der Entschleuinigung der Bilder in Gesprächen. Manchmal sprachen gar die Biler bevor der Schauspieler etwas sagte. Die Szene in Bruchtal mit Mithrandil und Galadriel war etwas Besonderes. Hier war es auch, wo die Bilder sprachen bevor das Wort folgte. Es ist ein Film der Bilder. Um Bilder betrachten zu können, muß ich mir Zeit nehmen. Die gab es im Film. Na ja, in den Schlachtszenen konnte ich dem Getümmel nicht folgen. Aber das war auch nicht nötig. Hier wurde die Geschwindigkeit der Bilder dem Geschehen angepasst.

Und es sind wieder viele Worte gefallen. Als Bilbo nach seiner Kamperfahrung gefragt wurde, antwortete er schlagfertig. Oder als Gandalf sagte: die kleinen Taten der einfachen Menschen sind wichtig, und weiter: wahrer Mut besteht darin, Leben zu erhalten – letztlich überlebt deshalb Gollum – und viele andere Worte mehr.

Nun wird wieder ein Jahr vergehen bis zum nächsten Teil. Eine verflucht lange Zeit.

Cloud Atlas

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Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.

Ein sehenswerter Film. Ich bekomme das Ganze noch nicht in Worte gefasst. Und doch bleibt das Gefühl der sechs Geschichten. In jeder Zeit müssen die Menschen Akte der Güte begehen, denn es gibt andere, die Verbrechen begehen.

Ich werde das Buch lesen.

Es verwebt sich mit dem Lied aus dem Rilke Projekt von Wolfgang Niedecken und Xavier Naido – Ist es möglich.

IST es möglich, daß man Jahrtausende
Zeit gehabt hat zu schauen nachzudenken und aufzuzeichnen
Und daß man die Jahrtausende hat vergehen lassen wie eine Schulpause
In der man sein Butterbrot ißt und einen Apfel?
Ja es ist möglich

Ist es möglich, daß man trotz Erfindungen und Fortschritten trotz Kultur Religion und
Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist?
Ist es möglich daß man sogar diese Oberfläche die doch immerhin etwas gewesen wäre
mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat so daß sie aussieht wie die
Salonmöbel in den Sommerferien?
Ja es ist möglich

Ist es möglich, daß die ganze Weltgeschichte mißverstanden worden ist?
Ist es möglich, daß die Vergangenheit falsch ist weil man immer von ihren Massen
gesprochen hat gerade als ob man von einem Zusammenlauf vieler Menschen erzählte
statt von dem Einen zu sagen um den sie herumstanden weil er fremd war und starb?
Ja es ist möglich

Auch im Blog einer Blog-Autorin zu hören.