Gleichmut


Klaus sinniert über Gleichmut. Pete hört ungeduldig zu.

„Was wäre wenn durch Gleichmut sich alle Dinge lösen ließen?“.

Pete schaut Klaus ungläubig an. „Das geht nicht. Wo nur Gleichmut ist, da gibt es keine Bewegung. „.

Klaus denkt nach. „Wo Gleichmut ist, da ist keine Leidenschaft. Das mag sein. Aber wo Gleichmut ist, da ist Ruhe. Und was wenn in dieser Ruhe, dem nicht Streben, viel Kraft liegt?“

Pete rutscht auf dem Stuhl herum. „Wer ruhig ist hat keine Kraft. Da fehlt in dem Moment das Adrenalin.“, bemerkt er spöttig. Weiterlesen „Gleichmut“

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Unbekannter Elan

Mond Wolke
Nein das ist nicht wahr. Es ist passiert. Es liegt nicht an ihm. Es liegt an mir. Es wurde Zeit. Aber der Reihe nach.

Das Tagwerk macht müde. Am Ende des Tages dachte ich aber nicht daran in das wohlige Bett zu steigen. Irgend etwas regte sich in mir. Es war unruhig. Ruhelos tigerte ich durch die Wohnung. Treppauf, treppab – um am Ende gestiefelt und gespornt vor der Tür zu stehen. Und ich ging einfach los.
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Wir leben und wir denken

Es ist früh am Morgen. Das Wetter ist kühl und frisch, aber klar. Der Himmel ist ein wenig grau. Die Sonne versteckt sich noch. Ein Mann betritt den Bahnsteig. Die grauen, türkis gestreiften Anzughosen werden von einem grünen leichten Sommermantel fast verdeckt. Auf dem Rücken des Mannes ruht ein schwarzer Rucksack. Die Riemen sitzen fest auf den Schultern. Der Schritt ist ruhig. Ein pinkfarbener Schal schützt den langen Hals. Der Blick schweift umfassend über den Bahnsteig.

Der Haltepunkt der S-Bahn ist ein offener Bahnsteig. Er trohnt auf einem Bahndamm. Er ist grau, wie der heutige Himmel. Ein kühler Wind weht auf dem offenen Bahnsteig. Rechts liegt Adlershof – Wissenschaft. Rechts hinten ist eine Rasenfläche zu sehen. Am Ende steht ein grauer Kasten. Kaufland ist der größte Mieter in diesem Gebäude. Rechts nach vorne befinden sich noch eine Vielzahl von Gebäuden und einige unbebaute Flächen. Linker Hand liegt Adlershof Dorf. Davor fließt der Verkehr auf einer großen Straße. Von ihr ab, führt die Dorfstraße in den Berliner Ortsteil. Die Straßenbahn fährt von der einen Seite des Ortes in den anderen. An der großen Straße liegen ein Blumenladen und ein Bäcker. Nebenan wird gebaut.

Der Mann geht auf ein kleines Häuschen zu. Er beachtet die grauen T-Pfeiler, die das graue Dach stützen, nur insofern, das er nicht dagegen rennt. Das Häuschen hat die Farben der Deustchen Bahn – rot-weiß. Ein Container auf einem Bahnsteig – DB Service steht in rot-weißen Buchstaben am Eingang.

Er tritt in den Service-Stand ein. Er bleibt in der Tür, am Ende der Schlange ,stehen. Links von ihm liegen die Zeitschriften. Rechts von ihm stapeln sich die Snacks. Am Ende befindet sich die Theke mit der Kasse.Rechts, kurz davor, steht ein Kaffeeautomat. Eine Dame bedient den Automaten.

Der erste Kunde bezahlt sein Anliegen. Er dreht sich um. Vor ihm steht die Schlange. Die Schlange bewegt sich nach rechts. Er verläßt den Shop. Die Frau am Kaffeeautomat, hält ihren Kaffeebecher in der Hand. Sie blickt zum Ausgang. Sie möchte den Shop verlassen. Die Schlange versperrt ihr den Weg. Die Schlange bewegt sich nach links. Der nächste Kunde wünscht den Shop zu verlassen. Die Schlange bewegt sich nach rechts. Nun, der Mann verlässt wenig später den Shop.

Vor dem Shop bleibt er stehen. Er holt tief Luft. Eine Fahrkarte hält er in der Hand. Er steht vor der Fahrkartenlochmaschine. Ein junger Mann mit einem Fahrrad huscht heran. Er schiebt sein Fahrrad hurtig neben sich her. Das Fahrrad stellt er nun vor den Fahrkartenlocher. Der Mann, mit der Fahrkarte in der Hand, zuckt zusammen. Seine Augen werden immer größer. Schließlich richtet er sie auf den Fahrradmann. Beide schauen sich wortlos an. Der Fahrradmann nimmt sein Fahrrad vom Fahrkartenlocher weg. Jetzt stellt er es vor der Sitzbank mit 3 Sitzplätzen ab. Er selbst setzt sich auf den dritten Sitzplatz.

Der Mann schaut sich das Stilleben der Sitzbank mit 3 Plätzen einem Fahrrad und einem jungen Mann an. Dann beginnt er seine Fahrkarte zu stempeln. Er steckt den Fahrschein in die Fahrkartenlochmaschine. Es macht nicht klick. Er nimmt den Fahrschein heraus. Vorsichtig steckt er ihn wieder in die Öffnung. Es macht nicht klick. Wieder, noch ein wenig behutsamer steckt er die Fahrkarte in die Öffnung – klick. Er schaut den Fahrradmann noch einmal kopfschüttelnd an und geht zu einem freien Platz auf dem offenen Bahnsteig.

Er verlangsamt seinen Schritt. Er bleibt plötzlich stehen. Sein Blick richtet sich auf einen Mann, der vor ihm steht.

Der steht lässig in seinen Jeans und seiner Jacke ruhig auf dem Bahnsteig. Auf dem Kopf trägt er Basecape. Nichts stört ihn. Seine Körperhaltung ist nicht straff und nicht schlaff. Die Hände hängen leicht in den Taschen der Jeans. Er steht dort. Sein Blick ist offen und ziellos. Das Gesicht ist entspannt. Schläft er oder wacht er? Da steht er. Ein Fels in der Brandung. Cool.

Wir leben nicht, wenn wir denken.