Warum ich es hasse – Yoga zu leben.

Wo kommt dieser Spruch jetzt her? Genau das ist es. Der Spruch ist da. Und er meint es genau andersherum. Die Praxis im Yoga ist schonungslos. Ich beobachte was ich bin und nicht bin. Und jeden Tag wieder. Solange ich daran klammere, kehrt es immer wieder. Solange sich in diesen Augenblicken meine Augen anfeuchten bin ich immer noch an der Sache dran. Ich weiß es, ich spüre es. Ich kann an anderer Stelle diese Haltung nicht einnehmen, wie ICH es möchte. Und doch empfinde ich diese Momente als wertvoll. Ich bin dankbar es zu sehen. Und so tun mir diese Momente gut. Diese Momente sind vielfältig, fein und verschieden. Es ist eine Kraft da drin, die mich anzieht. Das macht süchtig. Der eigentliche Moment ist nicht schön – immer beobachte ich wo die Sehnsucht, der Ärger hängt. Momente, Stunden, Tage, Wochen, Monate später wird es langsam, spärlich, fast sanft, ruhiger in mir. Die Welt bewegt sich weiter – ich beginne zu verweilen. Dieses kleine, feine Anwachsen der Ruhe liebe ich.

Einfach weiter

Was ist das? Es kommt an Tagen wo es nicht da sein kann. Es kehrt etwas ruhiges ein. Die Dinge nehmen ihren Lauf und ich bin mittendrin. Die Dinge nehmen ihren Lauf und ich schaue zu. Es bedarf einer gewissen Anstrengung das ich das Knäuel und das Gewusel der sprechenden, jagenden Gedanken auf die Wiese schicke. Wenn sie diesen Wink bekommen haben, geht es vorwärts. Und am Ende des Tages stehe ich da und staune was sich alles ereignet hat. Ich kann es beschreiben, ich sehe die Bilder des Tages auch noch viele Tage später. Ich kann sie abrufen. An die vielen anderen Stunden, wo ich die wuseligen Gesellen nicht auf die Wiese verweise, da habe ich keine Bilder.

Diese ruhigen Momente sind eigenartig schön, friedlich und sehr lebendig, fast heiter.

Es ist ..


Es ist wie mit dieser nicht ganz klaren Bergsicht. Solange ich Dinge ahne, ich diese nicht klar vor Augen habe, kann ich mich vor dem Handeln drücken.

Nun bescherte mir diese Woche zwei Diagnosen, die ich durch mein vorhandenes und bereits einmal erfahrenes Wissen, hätte mildern können. Nun stehe ich vor der Wahl, Symptome lindern oder tatsächlich einfach das tun was ich weiß.

In beiden Fällen heißt es mehr von den nährenden Elementen zu mir zu nehmen. Das ist nicht nur einfach anderes Essen, es sind Freunde, Geselligkeit und Bewegung. Einmal am Tag oder auch mehrmals aus dem Leistungsstress des Kapitalismus aussteigen – Ruhe finden.

Im Falle der Schulter heißt es – Ehrgeiz zurücknehmen. Liebgewonnene yogische Haltungen werde ich in der nächsten Zeit weniger streng ausführen (Kuhgesichthaltung), andere gar nicht(caturanga dandasana). Aber die Schulter wird bewegt – die Gelenkbewegungen bleiben. Auch das Malern über Kopf entfällt, Drachenbootrennen – ich werde sehen.

In solchen Zeiten sind Freunde gut, die erst einmal zu hören, so dass ich mich ausdrücken kann. Keine Ratschläge sind da nötig. Freunde haben schon das Recht unbequem sein zu dürfen. In den Momenten der Diagnose ist Ihre Rolle eine andere.

Im Sommer habe ich in den Dolomiten die klaren, von der Sonne erhellten, Aussichten nach dem Regen sehen dürfen. Ich wurde beschenkt. Jetzt ist es an mir für klare Sicht zu sorgen, nach innen und im Geiste.

Sagt es den Menschen


Gestern fand ich das Gedicht von Petrus Ceelen. Dies kann ich auch als Bitte an das Universum senden. In den Zeiten wo ich die hoffnung verliere,in den Zeiten wo ich es anderen wünsche, in den Zeiten wo ich in mir ruhe.

Titel: Ein Geschenk des Himmels
„Manche Menschen wissen nicht
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind …
…… (der ganze Text – Klick hier)
sie wüssten es,
würden wir es Ihnen sagen.“

Das war ein großes Geschenk.

Zum Ende des Jahres


hülle ich mich in bloggiges Schweigen. Zu schwer lassen sich die Dinge in Worte kleiden, die das Leben schreibt. Ich finde keine Worte für das was das Leben schreibt. Ich fülle das Leben mit Leben, Anwesenheit und der Entfernung von vielen Dingen. Meine Energie schiebt sich in das Leben, das reale Leben und und ich lebe.
 
 
 
 
So ist es nun, zum Ende des Jahres, dass ich die Ruhe suche und finden werde. Euch wünsche ich eine geruhsame Weihnacht und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Freide sei mit uns.

Auf ein Neues!

Liebe Grüße grasoli

Besucher


Still steht sie da
sie beunruhigt mich
sie lässt den Bauch drinnen beben
sie macht den Atem kurz.

Ich kann nicht los
ich kann nicht ruhen
sie lässt mich nicht tun
sie lässt mich nicht ruhen.

Nie lässt sie mich
fertig sein
immer ist da ein
Hunger.

Sie steht hinter mir
ich werde mich umdrehen
sie ansehen immer wieder
sie schaut immer anders aus

eine Angst.

Heimkehr


An diesen Ort kehre ich heime
nach bewegten beruflichen Tagen
nach schweigsamen urlaublichen Tagen.

Federleicht senken sich Samen
auf mir nieder
wollen gehegt werden.

Die Zeit fliegt
nicht vorbei
sie steht und steht nicht.

Das ist JETZT.