Verschiebungen

Gewohnheiten ändern sich, die Wortwahl verändert sich, Prioritäten werden geschoben. Ich erlebe dies sehr plastisch an diesem Blog. Was war der Antrieb, hier zu schreiben? Was ist es heute. Es geschehen Veränderungen. In der heutigen Zeit, wo der in Vergessenheit gerät, der einmal schweigt, schreibe ich seltener in diesem Blog. Das ist nicht der Ausbildung geschuldet, die ich durchlaufe, die Zeit wäre vorhanden. Es gibt viele Dinge zu tun, die ich nun auch anpacke. Der Antrieb zu schreiben wird geringer. Ich spüre deutlich Veränderungen und es werden Dinge, die mir wichtig waren geschoben, verschoben. Vielleicht muss ich diese Dinge später wieder an eine andere Stelle schieben , denn ich habe diese Dinge VERschoben.

Wie ist Veränderung in uns möglich? Es ist der kleine Alltag, der Veränderungen ermöglicht. Wie in dem Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ dürfen wir jeden Morgen von vorne anfangen. Ein Beispiel mit einer schönen Aussicht könnte sein: Wie schaffe ich es, am Morgen mit einem Lächeln aufzuwachen? Das ist eine kleine Forschungsarbeit. Das beginne ich mit Beobachtung: Wie wache ich auf? Was ist in mir los? Und alles was ich am Morgen beobachte, darf ich auch wieder loslassen. Am nächsten Morgen kommt ein anderer, ein neuer, ein bekannter Eindruck. Wohin ich nun die Aufmerksamkeit lenke, ist eine persönliche Entscheidung. Es gibt viele Wege. Am nächsten Morgen kann ich schauen, wie ist das körperliche Empfinden am Morgen? So geht das weiter. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht stelle ich fest, das der vorherige Abend dazu beiträgt, wie ich morgens aufwache? Vielleicht beobachte ich, wie meine Schlafkleidung etwas beeinflusst. Ich kann kleine Dinge verändern, sie eine Weile beobachten. Was ändert sich im Laufe der Zeit? Was geschieht mit mir? Es ändert sich etwas im Laufe der Zeit. Der Akteur in diesem, sagen wir, Spiel bin ich. Ich bin der Handelnde und entscheide was ich in diesem Spiel für einen Zug tue. Da gibt es keinen Anderen, eine Andere der mich stören kann. Dies kann ich still tun, probieren und Erfahrungen sammeln.

Ich lernte es in den letzten Jahren kennen, besonders intensiv in den letzten beiden Jahren. Es geschieht in kleinen, fast unscheinbaren Schritten, im Laufe der Zeit. Es klingt in mir wie tipp, tapp, tappel Schritt, tipp, tapp, tapp, tupp, tipp, tapp. Da gibt es auch ein Stolpern, ein Umkehren und es gibt den nächsten Morgen. Was kümmerts mich, was heute morgen war, morgen ist ein neuer Tag.

In diesem Sinne:

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stest kannst Du im Heute von Neuem beginnen.“

(zugeschrieben Buddha Shakyamuni)

aufm Darß

Ich trage den Duft
von Kiefern
von Heidekraut
von Moos
von Pilzen
von Gras
von Heidelbeere
auf meiner Haut

der Sand
die Sonne
das Meer
berühren die Haut

die Möwe
schwingt sich empor
in die Lüfte
ein Hauch streift meine Haut

dort hinten stehen
die Hirsche

ja ich bin da
immer noch dort
und hier

Worte fliessen


Die Seele fließt,
die Worte können es nicht fassen.

Und dennoch, die Seele bedarf ab und an der Ruhe. Sie ist ein eigentümliches Wesen, nicht anwesend und immerdar. In der Ruhe tut sie Dinge, die wir nicht erfassen können. Wir spüren sie vielleicht, könnt Ihr Euren Atem im Bauch fühlen? Oder ist da nur Unruhe, in irgendeiner Form?

Die Seele bedarf der Ruhe. Dann ist Heilung möglich. Gönnt Ihr die Ruhe und jeder bleibe auf seinem Weg.

Die Seele bedarf der Ruhe. Gönnst Du Ihr nicht die Ruhe, dann schafft sie sich Bahn. Es passieren Dinge, die später einer Entschuldigung bedürfen. Eine nicht zur Ruhe kommende Seele ist ein schlimmer Lebenspartner.

Und wenn die Seele brennt, fließen viele Worte – sind es Seelenworte oder Erklärungen?

Ein endloses Band.
Worte fließen.

Die Seele bedarf auch der Ruhe.
Ein Ort der anderen Einkehr – ein offener Ort der Ruhe – Benediktshof in Münster Handorf

Heimkehr


An diesen Ort kehre ich heime
nach bewegten beruflichen Tagen
nach schweigsamen urlaublichen Tagen.

Federleicht senken sich Samen
auf mir nieder
wollen gehegt werden.

Die Zeit fliegt
nicht vorbei
sie steht und steht nicht.

Das ist JETZT.

Worthüllen (2)

Wieder jagte ein Blitz durch den Geist. Dem folgte der Donner. Ich lese Worte – wir lesen viele Worte. Die vielen geschriebenen Worte sind auch eine Entfremdung vom Leben. Vor einigen Monaten schrieb ich auf einen kleinen gelben Zettel: Lesen ist auch eine Art von Konsum. Blitzartig stellte ich die Verbindung zum heutigen Blitz ein: Ist das geschriebene Wort auch eine Entfremdung vom Leben? War es nicht der erste Schritt sich davon zu entfernen? Mein Bauch antwortet mit erstaunlicher Ruhe und gleichzeitig überkommt mich eine Unruhe. Ich versuche nun eine Erklärung.

Wir nutzen die Worte zur Verständigung. Das hat sich so entwickelt. Das ist unsere Sprache. Wir haben gelernt Worte in Symbolen auf das Papier zu bringen. Es wurden die Buchstaben daraus. Jede größere Kultur hat Ihre eigene Schriftsprache entwickelt. Auf der einen Seite wurden Geschichten festgehalten. Auf der nächsten Seite wurde Erkenntnisse festgehalten. Auf der nächsten Seite wurden Ereignisse festgehalten und weitergegeben. Und auf noch einer Seite wurden Regeln aufgestellt. Darunter fallen Gesetze, Vorgaben, zu liebende und zu hassende Verhaltensweisen. Ja, ganze Ideologien wurden aufgeschrieben. Auf der nächsten Seite werden Geschichten geschrieben, die ihren Ursprung in unseren Phantasien und Wünschen haben – die Romane, die Lyrik, das Theater. Nicht alles spricht hier für das geschriebene Wort.

Wie viele Seiten werden verwendet für das Aufschreiben einer Ideologie Weiterlesen „Worthüllen (2)“

Worthüllen (1)

Foto vom 02.12.2012


Ich suche Worte
die Hüllen sind

ich schaffe Hüllen
große und kleine

am Ende stehen sie
auf dem Papier
oder im Netz

es bleiben Hüllen
für Momente
die in Worte nicht zu fassen sind.

Ich lese viele Worte
anderer Autoren
nehme sie auf
es sind nicht die Meinigen

Allein der Reichtum fehlt
den das Leben bietet.