Wechselseitige Berührung

Berühre ich meine Seele mit Gesang
SIE und ER berühren mich
bin ich frei von allem was ich denken mag
gibt es diese Momente.

Es geschah mir am Morgen nach einem Feuer,
mit den Funken schickten wir die innersten Wünsche gen oben.

Heute morgen klopften ER und SIE an
leicht und doch vernehmlich.
Ich mochte anfangs nicht öffnen
und ich dachte was soll das jetzt?
Beim vierten Mal,
zog ich mich zurück,
und ich öffnete die Türe

Alles ist da,
hier und jetzt,
das was Du Dir wünschst, umgibt Dich –
jetzt, hier und anderswo.

Wie weit ist es weg?

Ich sitze vor den Schlagzeilen der Freitags. In Hamburg kommt es zu Ausschreitungen und in der Folge zu vielfältigen Zerstörungen. Ich mag die Details nicht lesen. Die Schlagzeilen bringen mich der Sache nicht näher. Obwohl, die Rigaer Straße in meiner Stadt ist viel näher an mir dran. Sie ist gefühlt genauso weit weg, wie das Schanzenviertel.
Das was unsere Medien hierzu und in vergangenen Zeiten schreiben sind die Auswirkungen und Folgen von irgendwelchen Dingen. Jetzt wird gefordert Szene-Lokale zu schließen. Es wird nichts erreicht. Die Menschen, die dorthin gehen werden einfach vor den Kopf verstoßen. Es lässt sich nicht einfach eine Schubfach aufziehen – Schwarzer Block, Linke Szene, Autonome und Weiteres.
Wenn ich das verstehen will, muss ich mich diesen Menschen zuwenden, mit ihnen sprechen. Das übersteigt meine Kräfte. Wer hat diese Kraft? Vielleicht die nähere Gemeinschaft in dem diese Menschen leben? Wieso schaffen und entstehen immer wieder weitere Gruppierungen in Gemeinschaften – die sich gegenüber stehen. Obwohl der gleiche gesunde Menschenverstand diesen Gruppen innewohnt?

Der Abspann – Stille (2)

„Ich liebe einen langen Abspann.“ ging es durch meinen Gehirnkasten. Etwas eckig der Gute aber er regte sich, als ein langer Abspann lief.

Er wollte gar nicht enden. Es war zu bemerken wie sich Eindrücke aus dem eben Gesehenen setzten, einzelne Szenen noch einmal aufblitzten. Es wurde ruhiger im Gehirnkasten, das Tempo der flitzenden Geister verlangsamte sich. Ganz langsam schlichen sich die Alltagsgedanken wieder an.

Ich genoss die Stille im Abspann und verweilte im Moment der Stille. Der Abspann als Übergang von einem Geschehen in das Andere – wo finden wir den heute noch und wann?

Warum ich es hasse – Yoga zu leben.

Wo kommt dieser Spruch jetzt her? Genau das ist es. Der Spruch ist da. Und er meint es genau andersherum. Die Praxis im Yoga ist schonungslos. Ich beobachte was ich bin und nicht bin. Und jeden Tag wieder. Solange ich daran klammere, kehrt es immer wieder. Solange sich in diesen Augenblicken meine Augen anfeuchten bin ich immer noch an der Sache dran. Ich weiß es, ich spüre es. Ich kann an anderer Stelle diese Haltung nicht einnehmen, wie ICH es möchte. Und doch empfinde ich diese Momente als wertvoll. Ich bin dankbar es zu sehen. Und so tun mir diese Momente gut. Diese Momente sind vielfältig, fein und verschieden. Es ist eine Kraft da drin, die mich anzieht. Das macht süchtig. Der eigentliche Moment ist nicht schön – immer beobachte ich wo die Sehnsucht, der Ärger hängt. Momente, Stunden, Tage, Wochen, Monate später wird es langsam, spärlich, fast sanft, ruhiger in mir. Die Welt bewegt sich weiter – ich beginne zu verweilen. Dieses kleine, feine Anwachsen der Ruhe liebe ich.

Einfach weiter

Was ist das? Es kommt an Tagen wo es nicht da sein kann. Es kehrt etwas ruhiges ein. Die Dinge nehmen ihren Lauf und ich bin mittendrin. Die Dinge nehmen ihren Lauf und ich schaue zu. Es bedarf einer gewissen Anstrengung das ich das Knäuel und das Gewusel der sprechenden, jagenden Gedanken auf die Wiese schicke. Wenn sie diesen Wink bekommen haben, geht es vorwärts. Und am Ende des Tages stehe ich da und staune was sich alles ereignet hat. Ich kann es beschreiben, ich sehe die Bilder des Tages auch noch viele Tage später. Ich kann sie abrufen. An die vielen anderen Stunden, wo ich die wuseligen Gesellen nicht auf die Wiese verweise, da habe ich keine Bilder.

Diese ruhigen Momente sind eigenartig schön, friedlich und sehr lebendig, fast heiter.

Es ist ..


Es ist wie mit dieser nicht ganz klaren Bergsicht. Solange ich Dinge ahne, ich diese nicht klar vor Augen habe, kann ich mich vor dem Handeln drücken.

Nun bescherte mir diese Woche zwei Diagnosen, die ich durch mein vorhandenes und bereits einmal erfahrenes Wissen, hätte mildern können. Nun stehe ich vor der Wahl, Symptome lindern oder tatsächlich einfach das tun was ich weiß.

In beiden Fällen heißt es mehr von den nährenden Elementen zu mir zu nehmen. Das ist nicht nur einfach anderes Essen, es sind Freunde, Geselligkeit und Bewegung. Einmal am Tag oder auch mehrmals aus dem Leistungsstress des Kapitalismus aussteigen – Ruhe finden.

Im Falle der Schulter heißt es – Ehrgeiz zurücknehmen. Liebgewonnene yogische Haltungen werde ich in der nächsten Zeit weniger streng ausführen (Kuhgesichthaltung), andere gar nicht(caturanga dandasana). Aber die Schulter wird bewegt – die Gelenkbewegungen bleiben. Auch das Malern über Kopf entfällt, Drachenbootrennen – ich werde sehen.

In solchen Zeiten sind Freunde gut, die erst einmal zu hören, so dass ich mich ausdrücken kann. Keine Ratschläge sind da nötig. Freunde haben schon das Recht unbequem sein zu dürfen. In den Momenten der Diagnose ist Ihre Rolle eine andere.

Im Sommer habe ich in den Dolomiten die klaren, von der Sonne erhellten, Aussichten nach dem Regen sehen dürfen. Ich wurde beschenkt. Jetzt ist es an mir für klare Sicht zu sorgen, nach innen und im Geiste.

So wichtig, und es geht


Und er singt: Da wird eine Insel sein – klick hier
Nie, nie war es wichtiger zu Vertrauen, sich selbst, sich selbst zu vertrauen. Dem zu vertrauen, was wir nie glaubten zu kennen. Uns selbst. Der inneren Stimme. Sie ist zaghaft, sanft – kommt aber immer wieder. Sie ist nicht still zu bekommen. Und wenn es gar nicht geht, dann wird sie laut – zu meinem Wohle. Und sie ist da sehr findig.

Es ist wichtig zu vertrauen, den inneren Regungen, wenn immer wieder neues an mich herangetragen wird. Spüre ich Freude dabei oder gibt es da was anderes. Gibt es Ärger und ein Wegbrausen wollen – dann ist ein Feld zu bestellen. Was bewegt sich hier und wozu? Auch hier darf ich mir vertrauen. Ist es warm und ich möchte los laufen, dann tue ich es.

K. Hofmann verwendet ein schönes Bild für das was beim Vertrauen geschehen kann – ich fühle, stehe im Treibsand. Und doch gibt es einen Grund, auf dem ich stehe. Ich darf vertrauen und dem was ich bin. Und stürmt es und braust es, dann tue ich was mir wirklich gut tut – bei mir ankommen. Immer wieder tue ich dies. Was mir gestern gut tat, die Schoki (es gibt so viele derer Dinge), muss es heute nicht mehr sein. Hier finde jeder sein „Sich etwas Gutes tun“. Jeden Moment aufs Neue.

Vertrauen beginnt in mir. Darauf kann ich vertrauen. Es bedarf einer Portion Mut und beständigen Ehrlichkeit zu mir selbst.

Da wird eine Insel sein.

Gewürze mörsern


Paul geht zu Peter in die Küche. Peter steht am Küchentisch und wählt Gewürze aus. Da sind Pfefferkörner, Koriander und eine Krume Kardamon. Paul schaut zu, wie Peter den Mörser nimmt und gleichmäßig die Gewürze zermörsert. Peter wedelt ein wenig mit der Hand die Luft zu Paul. Paul nimmt den würzigen Duft von Pfeffer wahr.

Paul fragt: „Machst Du das immer alles selbst?“
Peter antwortet, während er schaut ob die Würzmischung noch körnig genug ist: „Ja, das macht mir Spaß.“
Paul antwortet: „Da hast Du aber wenig Zeit für anderes.“
Peter schaut ihn an und sagt nichts. Ein Erstaunen und Sprachlosigkeit liegt auf seinem Gesicht. Peter tut die Würzmischung in das Essen.

Ein wenig später beginnt Peter zu erzählen: „Im Urlaub nutzte ich fertig zubereitete Gewürzmischungen. Nun, wieder zu Hause, mische und mörsere ich wieder selbst. Es scheint als ob ich weniger Gewürze benötige – das kann an der Frische liegen. Als ich die Gewürzmischung verwendete, schüttete ich noch ein wenig und noch ein wenig drauf. Bis es nach etwas schmeckte. Wenn ich selbst mische schmeckt es nie jeden Tag gleich. Ich wähle die Gewürze aus dem Gefühl heraus. Mal ein Pfefferkorn mehr, eins weniger. Mal kommt ein wenig Chilli dazu oder etwas Kurkuma, wenn ich es milder mag. Das hat mir im Urlaub gefehlt. Es gehört für mich dazu – eine Mahlzeit frisch zubereiten.“

Nun ist es Paul der schweigt und schaut.

Entscheidungs-Fließband (2)


Artikel 1 dazu – klick hier
Der Austausch mit anderen zu einem Thema bringt andere Sichtweisen, andere Nuancen. Mir öffnete sich die Möglichkeit, das Gelesene miteinander zu verbinden.

Im vorhergehenden Artikel stellte ich fest, das ich im Auto eine Bewertungsmaschine anwerfe. Und oft nehmen wir eine Form von Bewertungsmaschine in unser alltägliches Leben mit.

Eine anderer Blickwinkel auf die Bewertungsmaschine im Auto ist möglich. Diese Bewertungen der jeweiligen Situationen sind nützlich und notwendig. Einmal dafür, damit ich als Fahrer und meine Mitfahrer zum ziel kommen. Zum anderen möchte ich meine Mitfahrer sicher am Ziel absetzen. Und wieder anders, möchte ich mit meiner Tonne Blech und Stahl keine anderen gefährden. Das kannst du gerne fortführen. Es gibt Situationen, Begegnungen da springt diese Maschine an, merken wir das. Ein Mensch kommt auf uns zu. Was ist hier zu tun? Eintüten, Schubfächer aufmachen. Ist das in diesem Moment wichtig, nützlich für die Begegnung?

Eine Wertung ist letztendlich ein Gedanke, eine Abwägung. Wie nah sind wir mit unseren Gedanken an dem was wirklich ist? Jede Wertung, auch wenn es nur ein Hauch von einem Gedanken hat eine subjektive Färbung. Die Wertung, der Gedanke – sie sind geschmückt mit Bildern, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Wissen, vermeintlichem Wissen, der Wahrheit des Einzelnen. Ist es möglich diese Schatten von der Wirklichkeit wegzuwischen? Was bleibt dann noch übrig? Ist die Wertung dann ganz verschwunden?

Dieses Fließband anzustoßen, in eine andere Schwingung zu versetzen, wo die eine oder andere Wertung durchaus ins Stolpern gerät oder gar herunterpurzelt, diese Kraft ist in uns. Es gelingt mir durch Beobachtung, ohne Wertung diese Anstöße zu erzeugen. Ich schaffe mir dadurch die Möglichkeit, eine Sache wahrzunehmen, zu schauen was da ist. Diese Beobachtung öffnet meine Sinne.

Praktisch kann das so aussehen: Ich fahre Auto und sage: „Der fährt aber blöd.“ Beobachtung – mich stört etwas, ich bin ärgerlich. Und tief im Innern kann ein kleiner Glaubensgrundsatz schlummern. Kann ich den wahrnehmen?

Entscheidungs-Fließband


Ich bin Autofahrer. Nicht jeden Tag steige ich in ein Auto. Wenn ich es tue, beobachte ich folgendes.

Es wird neben dem Motor eine weitere Maschine angeworfen. Dieser kann ich mich nach dem Drehen des Zündschlüssels nicht mehr entziehen. Sie verlangt die geistige Tätigkeit und läßt keine Ruhe. Es ist die Maschine der Entscheidungen. Manche Entscheidungen erfolgen mechanisch unter Nutzung der gesammelten Erfahrungen. Andere Entscheidungen im Verkehr erwachsen allmählich aus dem Verkehr, aus dem was ich vom Verkehr wahrnehme. Dann gibt es die Überraschungsmomente, wenn der Geist abschweift. In dem Moment ist es überraschend zu sehen, was Autofahrer alles Unerwartetes Tun. In einem Zeitraum von 5 Minuten im Straßenverkehr – einer Stadt – kann ich die Entscheidungen nicht zählen.

Um im Straßenverkehr Entscheidungen zu treffen, muß ich neben der Entscheidungsmaschine noch eine Maschine anwerfen. die der Wertungen. Beide laufen auf Hochtouren. Die Maschine der Entscheidungen aus einer inneren Ruhe wird überdeckt.

Wie schwer ist nach dem Umdrehen des Zündschlüssels, Motor aus, beide Maschinen abzustellen? Gelingt es im dann im wieder offenen Leben eine offene, respektvolle Atmosphäre zu schaffen, dort einzutauchen und offen für alles zu sein? Ertappe ich mich wieder dabei in eine Atmosphäre der Wertung, Bewertung, Schubladen einzutauchen?

Das Auto fahren ist nur ein Beispiel. Wann drehen wir den Zündschlüssel von unseren Wertungsmaschinen an? Was passiert dann?