Wechselseitige Berührung

Berühre ich meine Seele mit Gesang
SIE und ER berühren mich
bin ich frei von allem was ich denken mag
gibt es diese Momente.

Es geschah mir am Morgen nach einem Feuer,
mit den Funken schickten wir die innersten Wünsche gen oben.

Heute morgen klopften ER und SIE an
leicht und doch vernehmlich.
Ich mochte anfangs nicht öffnen
und ich dachte was soll das jetzt?
Beim vierten Mal,
zog ich mich zurück,
und ich öffnete die Türe

Alles ist da,
hier und jetzt,
das was Du Dir wünschst, umgibt Dich –
jetzt, hier und anderswo.

Anders –

Veränderungen gehen verschiedene Wege. Nun ja, Veränderungen können keine Wege gehen. Sie vollziehen sich. Ich lerne, wie sich Veränderungen in uns gemächlich vollziehen. Ich kann die Schritte der Veränderungen nicht willentlich wählen. Das hat einen bitteren Beigeschmack. Ich kann nichts erzwingen. Und dennoch bereitet es mir Freude Umstände, zu schaffen, die Veränderungen ermöglichen.

Es gibt etwas in uns, etwas in uns, das uns umgibt. Und je nachdem wie ich mich nähre – mit Bildern, Stimmungen, Natur, Essen, Freunden, Menschen, Leben und auch der Stille, Ruhe, Schlaf – ist dieses Etwas ein ruhiger Begleiter, eine Quasselstrippe, ein Störenfried oder ein sehr nervtötender Begleiter mit kreisenden Gedanken – unser Geist. Das bin aber nicht ICH. Und dieser Geist hat mitunter seine Straßen und Wege, die er unmerklich geht. Wie lange dauert es, bis eine eingefahrene Straße – nehmen wir eine Autobahn – rundum erneuert oder gar zurück gebaut wird? Ich denke, es dauert lange. Es bedarf verschiedener Hilfsmittel, Baustoffe, Zeit und vieler Hände, diese Erneuerung zu vollziehen.

Und so ist es mit den Veränderungen. Ich kann ein Werkzeug wählen und lernen es gut zu gebrauchen. Ich kann viele Werkzeuge verwenden und dennoch bekomme ich den Beton nicht klein. Egal mit welchem Werkzeug wir ausdauernd arbeiten, es werden sich Veränderungen vollziehen. Unmerklich geschieht es, fein und kaum merklich.

Und es kommt ein Tag an dem Du feststellst – so einfach ist das. Es ist nicht mehr da. Es ist ein wenig wie bei Konfuzius. „Lass das was Du liebst, wirklich los. Es wird zu Dir zurückkommen.“ (wieso steht das jetzt hier?) Ich glaube, es entstehen dann die Momente, wo sich Dinge verdichten und diese Begegnungen entstehen, Ereignisse eintreten, die uns umwerfen, los laufen lassen und dann Entschlüsse ermöglichen, die die Vielzahl der kleinen Veränderungen sichtbar werden lassen. Weiterlesen „Anders –“

Der Abspann – Stille (2)

„Ich liebe einen langen Abspann.“ ging es durch meinen Gehirnkasten. Etwas eckig der Gute aber er regte sich, als ein langer Abspann lief.

Er wollte gar nicht enden. Es war zu bemerken wie sich Eindrücke aus dem eben Gesehenen setzten, einzelne Szenen noch einmal aufblitzten. Es wurde ruhiger im Gehirnkasten, das Tempo der flitzenden Geister verlangsamte sich. Ganz langsam schlichen sich die Alltagsgedanken wieder an.

Ich genoss die Stille im Abspann und verweilte im Moment der Stille. Der Abspann als Übergang von einem Geschehen in das Andere – wo finden wir den heute noch und wann?

Verschiebungen

Gewohnheiten ändern sich, die Wortwahl verändert sich, Prioritäten werden geschoben. Ich erlebe dies sehr plastisch an diesem Blog. Was war der Antrieb, hier zu schreiben? Was ist es heute. Es geschehen Veränderungen. In der heutigen Zeit, wo der in Vergessenheit gerät, der einmal schweigt, schreibe ich seltener in diesem Blog. Das ist nicht der Ausbildung geschuldet, die ich durchlaufe, die Zeit wäre vorhanden. Es gibt viele Dinge zu tun, die ich nun auch anpacke. Der Antrieb zu schreiben wird geringer. Ich spüre deutlich Veränderungen und es werden Dinge, die mir wichtig waren geschoben, verschoben. Vielleicht muss ich diese Dinge später wieder an eine andere Stelle schieben , denn ich habe diese Dinge VERschoben.

Wie ist Veränderung in uns möglich? Es ist der kleine Alltag, der Veränderungen ermöglicht. Wie in dem Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ dürfen wir jeden Morgen von vorne anfangen. Ein Beispiel mit einer schönen Aussicht könnte sein: Wie schaffe ich es, am Morgen mit einem Lächeln aufzuwachen? Das ist eine kleine Forschungsarbeit. Das beginne ich mit Beobachtung: Wie wache ich auf? Was ist in mir los? Und alles was ich am Morgen beobachte, darf ich auch wieder loslassen. Am nächsten Morgen kommt ein anderer, ein neuer, ein bekannter Eindruck. Wohin ich nun die Aufmerksamkeit lenke, ist eine persönliche Entscheidung. Es gibt viele Wege. Am nächsten Morgen kann ich schauen, wie ist das körperliche Empfinden am Morgen? So geht das weiter. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht stelle ich fest, das der vorherige Abend dazu beiträgt, wie ich morgens aufwache? Vielleicht beobachte ich, wie meine Schlafkleidung etwas beeinflusst. Ich kann kleine Dinge verändern, sie eine Weile beobachten. Was ändert sich im Laufe der Zeit? Was geschieht mit mir? Es ändert sich etwas im Laufe der Zeit. Der Akteur in diesem, sagen wir, Spiel bin ich. Ich bin der Handelnde und entscheide was ich in diesem Spiel für einen Zug tue. Da gibt es keinen Anderen, eine Andere der mich stören kann. Dies kann ich still tun, probieren und Erfahrungen sammeln.

Ich lernte es in den letzten Jahren kennen, besonders intensiv in den letzten beiden Jahren. Es geschieht in kleinen, fast unscheinbaren Schritten, im Laufe der Zeit. Es klingt in mir wie tipp, tapp, tappel Schritt, tipp, tapp, tapp, tupp, tipp, tapp. Da gibt es auch ein Stolpern, ein Umkehren und es gibt den nächsten Morgen. Was kümmerts mich, was heute morgen war, morgen ist ein neuer Tag.

In diesem Sinne:

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stest kannst Du im Heute von Neuem beginnen.“

(zugeschrieben Buddha Shakyamuni)

Warum ich es hasse – Yoga zu leben.

Wo kommt dieser Spruch jetzt her? Genau das ist es. Der Spruch ist da. Und er meint es genau andersherum. Die Praxis im Yoga ist schonungslos. Ich beobachte was ich bin und nicht bin. Und jeden Tag wieder. Solange ich daran klammere, kehrt es immer wieder. Solange sich in diesen Augenblicken meine Augen anfeuchten bin ich immer noch an der Sache dran. Ich weiß es, ich spüre es. Ich kann an anderer Stelle diese Haltung nicht einnehmen, wie ICH es möchte. Und doch empfinde ich diese Momente als wertvoll. Ich bin dankbar es zu sehen. Und so tun mir diese Momente gut. Diese Momente sind vielfältig, fein und verschieden. Es ist eine Kraft da drin, die mich anzieht. Das macht süchtig. Der eigentliche Moment ist nicht schön – immer beobachte ich wo die Sehnsucht, der Ärger hängt. Momente, Stunden, Tage, Wochen, Monate später wird es langsam, spärlich, fast sanft, ruhiger in mir. Die Welt bewegt sich weiter – ich beginne zu verweilen. Dieses kleine, feine Anwachsen der Ruhe liebe ich.

Es ist ..


Es ist wie mit dieser nicht ganz klaren Bergsicht. Solange ich Dinge ahne, ich diese nicht klar vor Augen habe, kann ich mich vor dem Handeln drücken.

Nun bescherte mir diese Woche zwei Diagnosen, die ich durch mein vorhandenes und bereits einmal erfahrenes Wissen, hätte mildern können. Nun stehe ich vor der Wahl, Symptome lindern oder tatsächlich einfach das tun was ich weiß.

In beiden Fällen heißt es mehr von den nährenden Elementen zu mir zu nehmen. Das ist nicht nur einfach anderes Essen, es sind Freunde, Geselligkeit und Bewegung. Einmal am Tag oder auch mehrmals aus dem Leistungsstress des Kapitalismus aussteigen – Ruhe finden.

Im Falle der Schulter heißt es – Ehrgeiz zurücknehmen. Liebgewonnene yogische Haltungen werde ich in der nächsten Zeit weniger streng ausführen (Kuhgesichthaltung), andere gar nicht(caturanga dandasana). Aber die Schulter wird bewegt – die Gelenkbewegungen bleiben. Auch das Malern über Kopf entfällt, Drachenbootrennen – ich werde sehen.

In solchen Zeiten sind Freunde gut, die erst einmal zu hören, so dass ich mich ausdrücken kann. Keine Ratschläge sind da nötig. Freunde haben schon das Recht unbequem sein zu dürfen. In den Momenten der Diagnose ist Ihre Rolle eine andere.

Im Sommer habe ich in den Dolomiten die klaren, von der Sonne erhellten, Aussichten nach dem Regen sehen dürfen. Ich wurde beschenkt. Jetzt ist es an mir für klare Sicht zu sorgen, nach innen und im Geiste.

So wichtig, und es geht


Und er singt: Da wird eine Insel sein – klick hier
Nie, nie war es wichtiger zu Vertrauen, sich selbst, sich selbst zu vertrauen. Dem zu vertrauen, was wir nie glaubten zu kennen. Uns selbst. Der inneren Stimme. Sie ist zaghaft, sanft – kommt aber immer wieder. Sie ist nicht still zu bekommen. Und wenn es gar nicht geht, dann wird sie laut – zu meinem Wohle. Und sie ist da sehr findig.

Es ist wichtig zu vertrauen, den inneren Regungen, wenn immer wieder neues an mich herangetragen wird. Spüre ich Freude dabei oder gibt es da was anderes. Gibt es Ärger und ein Wegbrausen wollen – dann ist ein Feld zu bestellen. Was bewegt sich hier und wozu? Auch hier darf ich mir vertrauen. Ist es warm und ich möchte los laufen, dann tue ich es.

K. Hofmann verwendet ein schönes Bild für das was beim Vertrauen geschehen kann – ich fühle, stehe im Treibsand. Und doch gibt es einen Grund, auf dem ich stehe. Ich darf vertrauen und dem was ich bin. Und stürmt es und braust es, dann tue ich was mir wirklich gut tut – bei mir ankommen. Immer wieder tue ich dies. Was mir gestern gut tat, die Schoki (es gibt so viele derer Dinge), muss es heute nicht mehr sein. Hier finde jeder sein „Sich etwas Gutes tun“. Jeden Moment aufs Neue.

Vertrauen beginnt in mir. Darauf kann ich vertrauen. Es bedarf einer Portion Mut und beständigen Ehrlichkeit zu mir selbst.

Da wird eine Insel sein.

Gewürze mörsern


Paul geht zu Peter in die Küche. Peter steht am Küchentisch und wählt Gewürze aus. Da sind Pfefferkörner, Koriander und eine Krume Kardamon. Paul schaut zu, wie Peter den Mörser nimmt und gleichmäßig die Gewürze zermörsert. Peter wedelt ein wenig mit der Hand die Luft zu Paul. Paul nimmt den würzigen Duft von Pfeffer wahr.

Paul fragt: „Machst Du das immer alles selbst?“
Peter antwortet, während er schaut ob die Würzmischung noch körnig genug ist: „Ja, das macht mir Spaß.“
Paul antwortet: „Da hast Du aber wenig Zeit für anderes.“
Peter schaut ihn an und sagt nichts. Ein Erstaunen und Sprachlosigkeit liegt auf seinem Gesicht. Peter tut die Würzmischung in das Essen.

Ein wenig später beginnt Peter zu erzählen: „Im Urlaub nutzte ich fertig zubereitete Gewürzmischungen. Nun, wieder zu Hause, mische und mörsere ich wieder selbst. Es scheint als ob ich weniger Gewürze benötige – das kann an der Frische liegen. Als ich die Gewürzmischung verwendete, schüttete ich noch ein wenig und noch ein wenig drauf. Bis es nach etwas schmeckte. Wenn ich selbst mische schmeckt es nie jeden Tag gleich. Ich wähle die Gewürze aus dem Gefühl heraus. Mal ein Pfefferkorn mehr, eins weniger. Mal kommt ein wenig Chilli dazu oder etwas Kurkuma, wenn ich es milder mag. Das hat mir im Urlaub gefehlt. Es gehört für mich dazu – eine Mahlzeit frisch zubereiten.“

Nun ist es Paul der schweigt und schaut.

Entscheidungs-Fließband (2)


Artikel 1 dazu – klick hier
Der Austausch mit anderen zu einem Thema bringt andere Sichtweisen, andere Nuancen. Mir öffnete sich die Möglichkeit, das Gelesene miteinander zu verbinden.

Im vorhergehenden Artikel stellte ich fest, das ich im Auto eine Bewertungsmaschine anwerfe. Und oft nehmen wir eine Form von Bewertungsmaschine in unser alltägliches Leben mit.

Eine anderer Blickwinkel auf die Bewertungsmaschine im Auto ist möglich. Diese Bewertungen der jeweiligen Situationen sind nützlich und notwendig. Einmal dafür, damit ich als Fahrer und meine Mitfahrer zum ziel kommen. Zum anderen möchte ich meine Mitfahrer sicher am Ziel absetzen. Und wieder anders, möchte ich mit meiner Tonne Blech und Stahl keine anderen gefährden. Das kannst du gerne fortführen. Es gibt Situationen, Begegnungen da springt diese Maschine an, merken wir das. Ein Mensch kommt auf uns zu. Was ist hier zu tun? Eintüten, Schubfächer aufmachen. Ist das in diesem Moment wichtig, nützlich für die Begegnung?

Eine Wertung ist letztendlich ein Gedanke, eine Abwägung. Wie nah sind wir mit unseren Gedanken an dem was wirklich ist? Jede Wertung, auch wenn es nur ein Hauch von einem Gedanken hat eine subjektive Färbung. Die Wertung, der Gedanke – sie sind geschmückt mit Bildern, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Wissen, vermeintlichem Wissen, der Wahrheit des Einzelnen. Ist es möglich diese Schatten von der Wirklichkeit wegzuwischen? Was bleibt dann noch übrig? Ist die Wertung dann ganz verschwunden?

Dieses Fließband anzustoßen, in eine andere Schwingung zu versetzen, wo die eine oder andere Wertung durchaus ins Stolpern gerät oder gar herunterpurzelt, diese Kraft ist in uns. Es gelingt mir durch Beobachtung, ohne Wertung diese Anstöße zu erzeugen. Ich schaffe mir dadurch die Möglichkeit, eine Sache wahrzunehmen, zu schauen was da ist. Diese Beobachtung öffnet meine Sinne.

Praktisch kann das so aussehen: Ich fahre Auto und sage: „Der fährt aber blöd.“ Beobachtung – mich stört etwas, ich bin ärgerlich. Und tief im Innern kann ein kleiner Glaubensgrundsatz schlummern. Kann ich den wahrnehmen?

Begegnungen (1)


Achtsamer werden, Ruhig bleiben, Stille und Ruhe in sich tragen. So werden wir durch Berlin gehen dürfen. Dabei betrachtend, unsere Ängste, Meinungen, die Meinungen die uns suggeriert werden, unsere Muster die anspringen – wenn wir Menschen begegnen.

Ich laufe auf einem Gehweg. Rechts von mir spüre ich die kalte Marmorfassade des Hauses. Ein Mensch kommt mir entgegen. Als Autofahrer in einem Land, wo das Rechtsfahrgebot gilt, bleibe ich rechts. Der Mensch geht schnurgerade auf mich zu. Er bleibt vor mir stehen, ich auch. Ich schaue ihn flüchtig an, möchte weitergehen, zur S-Bahn. Er steht und die kleine Körperbewegung lässt ein mögliches Rempeln vermuten. Ich sage so etwas wie: „Das ist doch nicht wahr.“ und mach einen Schritt nach links und gehe vorbei. An meine Ohren dringen noch die Worte: „Beim nächsten mal hau ich Dir so eins von in die Fresse.“

Ich stehe in einer wenig gefüllten Berliner S-Bahn, ein Brötchen zu mir nehmend. Ich stehe an der Seite der Tür. In der Mitte ist Platz ist zum Ein- und Aussteigen. Rechts stehen 2 Männer. So richtig Platz bleibt da für eine Person zum ein- und aussteigen schon. Dann werde ich mich zur Seite drehen, damit ausreichend Platz ist. Ich wählte eine Stehplatz, wo ich beim Essen möglichst keinen belästige. Was passiert nun? Eine adrett, in einen hellen Wintermantel gekleidete Dame kommt herein, geht genau auf die Lücke zu. Sie steht mir so nahe, wie ich mit meinem Partner oder einer guten Freundin dort stehen würde. Mein Brötchen ist in Höhe ihres Halses. Es scheint sie nicht zu stören. Mich stört es schon. Mir fehlen die Worte und so kann ich nur fragen: „Ist das normal?“. Später fällt mir eine andere Art der Erwiderung ein: „Willst Du mit mir kuscheln?“.

Ich sitze in der Straßenbahn der Tag neigt sich buchstäblich dem Ende zu. Im Wagen sitzt eine Gruppe von jungen Menschen. Ich denke es sind Studenten. Sie sind laut und lustig. Es wird über eine Kiste Bier gesprochen. Plötzlich klingen Flaschen aneinander, es klirrt und der Fußboden ist voller Bier. Ich steige aus und schrecke zusammen, als eine Falsche hinter mir eine Flasche an den Straßenrand klirrt. Ich laufe zum Park. Die Meute bewegt sich hinter mir her. Als Studenten müssten sie nun nach rechts zu den Wohnheimen abbiegen. Tun sie nicht. Sie sind laut und laufen weiter, vorbei an den Wohnheimen. Ich ahne, sie gehen in den Landschaftspark – doch keine Studenten.

Sind wir in unserem Innern wirklich gewaltfrei?